Schüler machen großen Zirkus


Auf dem weitläufigen Gelände und in den zahlreichen Gebäuden schauten sich die vielen Gäste alle Attraktionen an. Zwölf Stationen konnten sie anlaufen, überall wurde Schmackhaftes für alle Sinne geboten: Buchpräsentationen, Messerschmiede, Holzobjekte, Leckereien aus der Wildküche, Arbeiten aus Metall, Holz, Speckstein oder Gemälde und vieles mehr.
In der Kunstscheune kann man Gemälde von Daniela Luers bestaunen, der Hirsch als Ikone aber nicht im Stil „Gelsenkirchener Barocks“ über dem Sofa. Am späten Nachmittag füllt sich die Scheune zur „Alpaka-Modenschau“. Gabi Rasim führt ihre herrliche Kollektion vor. Ihr Mann verkündet über Lautsprecher: „Die erste Modenschau seit 500 Jahren in dieser Scheune.“ Ein paar Scheinwerfer mehr hätten die Models auf dem Laufsteg besser ins rechte Licht gerückt. Das tat aber der Begeisterung des Publikums keinen Abbruch.
Unter der freundlich, flotten Leitung von Albert Göken präsentierten die Chöre und Solisten Melodien von Gluck, Mozart, Offenbach und Lehár. Verdi- und Puccini-Stücke fehlten genauso wenig wie die von Gounod, Händel und vielen anderen Komponisten. Neben den rund 60 Sängerinnen des Frauenchors standen die Herren des MGV Gaschari Gescher mit auf der Bühne. Perfekt abgestimmt begleitet Andres Lübke Solisten und Chöre am Flügel.
Stefanie Büßköning trat gegen den Gasttenor mehr in den Hintergrund und integrierte sich in den Frauenchor. Ganz hervorragend war ihre Interpretation des Liedes „Wir armen Mädchen“ aus „Waffenschmied“ von Lortzing, das sie im Solowechsel mit dem Frauenchor sang.
Die feinen Tautröpfchen in der Luft machen manches Spinnennetz sichtbar. Die Wiese, die Thujas und die Ligusterhecke sind voll von diesen waagerechten Netzen, von denen einige an das Dach des Olymiastadions in München erinnern. Welche Spinne webt denn waagerechte Netze? Wikipedia verrät, dass es sich um Raumnetze der Kugelspinnen handelt. Und weiter:
Der Familie der Haubennetzspinnen, auch Kugelspinnen genannt, gehören 2283 Arten in 96 Gattungen an. Sehr bekannte Vertreter sind die Echten Witwen, die mit zu den farbenprächtigsten Angehörigen dieser Familie gehören. Wikipedia
Herrlichen Unsinn präsentierten die drei Comiker Maria Grund-Scholer (Angie und Ursula), Uli Winters (Peer) und als Ringrichter René Steinberg (Pofallala, Sarko, u.a.), deren Stimmen alle Besucher aus den WDR 2 Sketchen kannten und liebten.
Fährt man von Klein Reken in Richtung Haltern am See ist diese riesige Kürbispyramide am Straßenrand nicht zu übersehen. In Heinrich Punsmann´s Hofladen gibt es Obst, Gemüse, Konserven, Eier und vieles mehr. Und das zu vernünftigen Preisen, nicht mit Ruhrgebietsausflügleraufschlag wie einige Kilometer weiter in Lavesum. Im Herbst natürlich die wundervollen Kürbisse, viele Sorten, viele Farben, viele Geschmacksrichtungen.
Königsschuss unterm Regenschirm
André Gülker holt mit dem 197. Schuss den Vogel runter
Der Junggesellenschützenkönig in Raesfeld ist André Gülker, zu seiner Königin erwählter er Andrea Klostermann.
Vorsichtshalber hatten die Junggesellen in diesem Jahr das Schießen an das Festzelt gelegt und nicht im Pastorsbusch abgehalten, die Wetterprognose versprach Wind und Regen. Dabei lachte den ganzen Morgen und Mittag die Sonne vom Himmel und es schien, als wäre das nicht nötig gewesen, so nah am Zelt zu bleiben. Bei herrlicher Stimmung und vorzüglicher musikalischer Begleitung durch das Fanfarencorps und die Burgmusikanten traten zahlreiche Schützen an um den Vogel zu bearbeiten. Übrigens Vogel, was war denn da am Tag vorher mit dem Vogel los? Gestohlen, versteckt, geklaut, zerbrochen? Der Vorstand wollte nicht mit der Spracher herausrücken.
Schließlich schälte sich zum Ende gegen 14.30 Uhr ein Dreikampf zwischen drei Mitgliedern des Vorstands, Fanfarencorps und Burgmusikanten heraus. Jeweils von ihren Gruppen angefeuert wurden die letzten zehn Minuten des Schießens doch noch feucht. Regen hatte eingesetzt und in weiser Voraussicht begleitete ein Vorstandsmitglied den Schützen zum Gewehr. André Gülker konnte sein Glück erst gar nicht fassen, als der Vogel fiel. Mit dem 197 Schuss zerbrach das Holz in zwei Teile und fiel von der Stange.
Vorher hatten sich die Insignien ergattert: Peter Nießing (Apfel), Thomas Euting (Zepter), Jan Woelsing (Krone), Tim Flück (Flügel rechts), Leonard Suer (Flügel links) und Max Meyering der Schweif.
Das alte Königspaar Sebastian Meyering und Marion Wehling gratulierten dem neuen König und der neuen Königin. Die schwere Königskette wurde dem neuen König umgehängt. Mit auf den Thron folgen André Gülker und Andrea Klostermann, Marcel (Celi) Wobbe und Yvonne Groß-Onnebrink sowie Hendrik Gesing und Anika Gehlen.
Impressionen vom Start Freitag 15.30 Uhr Sportplatz Gevelsberg Reken:
Für jede Runde – über 2 km – zahlen die Sponsoren 1,20 Euro, dadurch kommen wie in den Jahren vorher tausende Euro in die Kasse für einen guten Zweck. Die Borkener Zeitung schreibt am 24.9.2013:
Beim dritten Rekener 24-Stunden-Lauf (die BZ berichtete) sind mehr als 1000 Teilnehmer auf der Strecke rund um den Gevelsberg gelaufen oder gegangen. Das Spendenergebnis wird in einigen Wochen feststehen; die Summe wird laut Rainer Kauczor mehr als 20.000 Euro betragen. Mit den Spenden dieses Laufs hat seine „Aktion Lebensfenster“ seit 2008 mehr als 100.000 Euro gespendet.
Bester Läufer war Dietmar Schumacher von den Sportfreunden Klein Reken mit 151 Kilometern. Er siegte knapp vor dem Düsseldorfer Thorsten Stelter (147 Kilometer). Dritter wurde Martin Ottersbach aus Kirberg mit 132 Kilometern vor Conny Escher (127 Kilometer) von den Coolrunners Germany.
5. Dämmers(c)hoppen Die Werbegemeinschaft Schermbeck wollte am Freitagabend Einheimischen und angereisten Besuchern die Gelegenheit bieten bei spätsommerlichen Temperaturen nach den üblichen Ladenöffnungszeiten einzukaufen. Bisher hat sich der Dämmers(c)hoppen als bewährtes Konzept erwiesen. „Im letzten Jahr brummte hier der Bär. Die Mittelstraße war proppenvoll“, so die Inhaberin der Stadtparfümerie Pieper. Doch 2013 sieht das etwas anders aus. Erst nach 20 Uhr füllte sich die Mi mit Publikum.
Um 18 Uhr wurden letzte Vorbereitungen getroffen, die Straße gekehrt, Tische und Deko herausgestellt und gehofft, möglichst viel Kunden würden kommen. Was kam war erst einmal ein kräftiger Regenguss. Das hieß, schnell alles einräumen und nach drinnen bringen. Was am Niederrhein und in Wesel teils schlimme Auswirkungen hatte, umgeknickte Bäume, Dachpfannen die von Dächern geweht wurden fiel in Schermbeck mit einem kleinen Schauer harmlos aus.
Gegen 20 Uhr stellte sich dennoch ein Hauch südländisches Feeling ein. An vielen Geschäften hatten sich Freunde und Stammkunden zusammengefunden, saßen und standen mit den Ladeninhabern beisammen, klönten und tranken das eine oder andere Schlückchen in gemütlicher Runde. Viele hatten auch ein kleines Buffet aufgebaut, so bei Nico: „Nein, meinen Basteltisch habe ich diesmal nicht aufgebaut. Ich weiß gar nicht mehr wann ich das letztemal Glasperlenketten gebastelt habe. Diesmal ist es ein klein wenig aus der eigenen Küche geworden.“ Dass das viel mehr Vorbereitung war, ist Nico egal: „Dafür hat das Spaß gemacht.“
Die gute Laune durch wenige Besucher oder das seltsame Wetter ließ sich keiner nehmen. Auch im Wolltreff stand man vor dem Laden bei einem Gläschen Weißwein. In den Laden wollte kaum jemand, da war es zu warm, wie in allen Geschäften. „Zum Stricken taugen die Temperaturen nichts. Da bleibt einem die Wolle an den Fingern kleben.“
An die Temperaturen dachten dafür Groß und Klein vor der Volksbank überhaupt nicht, wenn sie ihren Stockbrotteig auf den Stab steckten und in das offene Feuer hielten, das machte nur Spaß. Kühler ging es vor der Sparkasse zu, dort standen Kühlteken mit Kaltgetränken, die Flasche für eine Spende von min. 1 Euro. „Den Erlös der Aktion werden wir noch ein bisschen aufstocken und einem sozialen Projekt in Schermbeck spenden. Wer das bekommt wird noch diskutiert“, erklärte Filialleiter Jens Schulz.
Mi in Motion 2013 ins Wasser gefallen
Neun hervorragende Bands sollten die Mittelstraße am Samstagabend zur Musikmeile machen. Auf diese Veranstaltung freuten sich die Veranstalter, Sponsoren, Musiker und ein großes Publikum aus nah und fern. Bedauerlicherweise setzte gegen acht Uhr ein zunehmend stärker werdender Regen ein, der allen die Stimmung ein wenig vermieste. Gegen neun mussten die Freilichtbühnen aus Sicherheitsgründen geräumt werden. „Leider müssen wir jetzt hier erst einmal eine Pause machen“, verkündete Marcell Oppenberg von der Bühne bei Annekens Tenne auf der die vierköpfige „Franz & Klaus Band“ eine gute Stunde lang Folkmusik präsentiert hatte. „Die Geräte hier auf der Bühne laufen nun mal mit Strom und die sollten besser nicht nass werden.“ Derweil schwappte eine dicke Wasserpfütze vom Zelt gegenüber unter dem das Mischpult stand. Die beiden Techniker schauten gebannt auf ihr Smartphone und berichteten Marcell: „Die Front zieht in den nächsten Stunden genau über uns weg mit Starkregen bis 15 Liter pro Quadratmeter.“ Inzwischen waren die beiden Tontechniker nicht mehr alleine unter ihrem Zelt, rund zehn Besucher drängten sich hinter dem Mischpult zusammen. Jeder suchte sich irgendwo einen Unterschlupf.
Die vor dem Regen schützenden Orte waren auf der gesamten Meile gut besucht, die aufgebauten Zelte, die Gaststätten und Kneipen, die Hauseingänge. Überall blinkten in der Dunkelheit kleine Gitarrensticker mit bunten Leuchtdioden. Diese Gitarre hatten die wenigen zahlenden Gäste angeheftet bekommen, damit die Security sie von den „Lauscheppern“ wie Brigitte Straus meinte auseinander halten kann. Zu Beginn der Veranstaltung hatte sie sich mit den anderen Organisatoren herzlich bei den Sponsoren besonders den beiden Hauptsponsoren der Sparkasse und Volksbank für die großzügige Unterstützung bedankt. „Ohne sie wäre diese Veranstaltung nicht zu finanzieren!“
„Salsa Picante“, die mitreißende karibische Rhythmen vor der Volksbank präsentierten hielten am längsten draußen aus. Das begeisterte zahlreiche Publikum rundum in 25 Meter Abstand mit Regenschirmen bewaffnet oder unter Überständen verborgen wippten und tanzten zu den lateinamerikanischen Stücken mit.
Mehr auch unter www.schermbeck-grenzenlos.de
Und am Samstag: Mi in Motion