„Concordianer“ begeistern mit abwechslungsreichem Programm

MGV-Heiden(30)Borken. „Singende Männer haben nur positive Eigenschaften“, so stellte es die Moderatorin Angelika Nehm den hunderten Besuchern in der Stadthalle dar. Das abwechslungsreiche und bunte Konzert des MGV Heiden am Sonntagnachmittag wurde vom Publikum mit stehenden Ovationen belohnt. Alle musikalischen Darbietungen knüpften an das bereits sehr hohe Niveau des vergangenen Jahres an oder übertrafen diese sogar.

Unter der Leitung von Otto Groll sangen die rund 50 Tenöre und Bässe von Groll bearbeitet Volkslieder und Schlager. „Wir singen unsere Lieder“,  „Heijoho Santiano“, „Ich liebe das Leben“ und „Spiel Zigeuner, spiel“ aber auch „Kum ba jah“ oder das lodernde „Steppenfeuer“. Als Gastsolisten standen der stimmgewaltige Tenor Uwe Buchmann und die hervorragende junge Sopranistin Christina Maria Heuel auf der Bühne. Buchmann hat eine herrliche Operettenstimme, hatte aber Schwierigkeiten bei den hohen Passagen von Verdis „Lodern zum Himmel“. Dagegen saß bei der Sopranistin jeder Ton perfekt an der richtigen Stelle. Mendessohn-Bartholdys „Kleines Frühlingslied“ wurde in ihrer Interpretation zum Hochgenuss.

Begleitet wurden die Solisten und auch der Chor von „Professor Xaver Poncette, der die Tasten des Flügels streichelt“, so Angelika Nehm. Die professionelle Moderatorin sagte nicht nur die Stücke an, sondern erzählte auch zum Erheiterung des Publikums kleine Anekdoten über die Musiker: „Wenn wir groß sind spielen wir Instrumente auf der Bühne und du singst dazu“, berichtete sie hat Buchmanns Nachwuchs gesagt. „Und was ist mit Mama? Die kocht!“ Womit die Rollenverteilung wieder gesichert ist.

Auch die weiteren Spitzen-Musiker auf der Bühne waren alles Männer: Hans Deing  perfekt am Akkordeon und die Rhythmusgruppe Heiden mit Albert Berger (Gitarre), Hans-Georg Knüwer (Bass) und Willibald Knüwer (Schlagzeug). Der Louis Armstrong Titel „What a wonderful world“ stand zwar auf der Programmliste, zur Überraschung und Begeisterung aller wurde der aber mit fast original Armstrong-Stimme vom Schlagzeuger vorgetragen, der gleichzeitig noch seine Drums bediente.

Nach der Pause ging es exotisch weiter mit dem „African Song“. Als Chorsolist ließ Dieter Rehmann mit „When the Lion sleeps tonight“ den Löwen brüllen und erntete jubelnden Applaus. Der gesamte Chor glänzte besonders mit den „Drei kroatischen Volkslieder – Tanzlied – Im Rosengarten – Marina“. Die beiden Solisten beendeten mit allen Musikern das Konzert mit einem spritzigen Musical-Medley „Wäre das nicht wunderschön“ mit Melodien von Porter, Herrmann und Loewe.

Erst nachdem das Publikum drei Zugaben mit ihren lauten und stehenden Ovationen erhalten hatten, endete das erfolgreiches Frühlingskonzert.

 

 

 

 

 

 

Fetziger Blues in Erler Kultkneipe

Blues(1)Erle. Einen Hauch „USA“ verspürte man am Samstagabend beim Auftritt der Blues Breakers auf der Kleinkunstbühne Erle.

Die fünf Musiker der Band aus Lobith dem „Mississippi-Delta“ des Rheins waren schon mit den entsprechenden „Schlitten“ angereist. Zum Musikstil passte auch die Kleidung, schwarze Jeans, schwarzes Hemd, Westernhut und Cowboystiefel. Dik Korving (Gitarre/Gesang), Reinhard Sämisch (Blueharmonika), Hans Deegens (Drums), Rino Geerdinck (Bass und Gesang), und Francesco Frentrop (Keyboards/Vocals) begeisterten das Publikum mit Titeln wie „Messin`with the Kid“, „Boom, Boom, out go the Lights“, „Lay down Sally“, „Sweet Home Chicago“ oder der Ode an die Thekenkräfte bei Brömmel-Wilms  „Hey Bartender“. Nach der Pause gerieten Musiker und Publikum so richtig in Schwung, da gab es nicht nur Applaus und Begeisterungspfiffe, da tanzte auch der Eine oder die Andere zur mitreißenden Musik. Bei „Rock me Baby“ griff Korving zum für Bluesmusik unvermeidlichen Bottleneck und spielte Slide-Gitarre, auch bei den perfekt performten Titel „Mercury Blues“ und „Change“.

Häufig im Vordergrund stand der Mann mit der Bluesharmonika, egal ob als Lead-Instrument oder für kurze Improvisationen eingesetzt, immer wieder wunderten sich die Zuhörer, wie man mit einem davorgehaltenen Mikrofon so kraftvolle, fetzige Töne damit spielen kann. „Der hat natürlich von uns am wenigsten zu tragen“, lästern die Mitspieler über Sämisch, den einzigen Deutschen in der niederländischen Band.

„Hardest Road“, ein Blues für den Tontechniker Pete und „She caught the Katy“ kommen super beim Publikum an, genauso wie auch alle anderen Titel. Nach einer zweiten Pause folgten im dritten Teil bekannte Stücke wie „Mustang Sally“ oder „Riverside Blues“ und als Zugabe „Hoochie Coochie Man“. Rund drei Stunden Musik brachten nicht nur die Männer auf der Bühne in Schwitzen.

Die letzte Veranstaltung dieser Saison war nicht ganz so gut besucht wie die vorherigen, bei denen der Saal manchmal zu platzen drohte. Darauf angesprochen, ob unter 100 Zuhörer nicht zu wenig für die Band sind meinte der Mann mit der Mundharmonika: „Das ist doch hier in Ordnung, eine schöne Atmosphäre. Hauptsache, die Leute haben Spaß an unserer Musik“,

Vier CDs hat die Band bereits aufgelegt und gewann in den USA bei einem bedeutenden Bluesevent sogar einen ersten Preis. Das waren also keine Anfänger, die im Borkener Raum die Musikszene bereicherten.

 

Volker Pispers erklärt Borken die Welt

Pispers13Mittwochabend erklärte Volker Pispers mit bitterbösem Sarkasmus seine Sicht der Weltlage. Vor ausverkaufter Stadthalle Borken erntete er viele Lacher und teils ungläubiges Staunen, wenn er die Verflechtungen der Medienwelt untersuchte, zeigte, dass wenige „Familien“ meinungsbildend für ganz Deutschland sind.

Kein grünes Haar läßt er an Kriminellen wie Ulli Hoeneß oder Alice Schwarzer, schimpft auf Obama oder Putin. Und auch die Kanzlerin will seiner Meinung nach einfach nur Kanzlerin sein, „alles andere ist der doch egal“, „wer die Sänftenträger sind ist egal“.

Ein Patentlösung für die Staatsentschuldung lieferte er gleich mit: “Jeder in Deutschland” habe rechnerisch 25.000 Euro Anteil an den Staatsschulden. Gleichzeitig sitze “jeder” auf 60.000 Euro Barvermögen, die Immobilien nicht mitgerechnet. Wenn jeder 25.000 Euro zahlt, bleiben ihm noch 35.000 Euro und der Staat wäre schuldenfrei. Aber die 25.000 Euro Barvermögen existieren nur virtuell, denn – so sagt er – die reichsten 10 Prozent der Deutschen verfügen über 34 Prozent des gesamten Barvermögens. Ja, schade, irgendwie klappt das nicht mit der Patentlösung.

„31 Jahre stehe ich jetzt auf der Bühne. 31 Jahre CDU, CSU, SPD, FDP, die Grünen. Hat sich irgendetwas geändert“, fragt er das Publikum. Nein, denken die meisten. Aber was soll sich ändern? Paradisische Zustände wird die Menschheit nie erreichen. Jeder Einzelne kann sein Bestes tun, um an irgendeinem kleinen Rädchen zu drehen und etwas zum Besseren hin zu bewegen. Dass alle auf die Straße gehen, dass alle – egal wofür – kämpfen, sich einbringen oder etwas bewegen (und sei es nur der eigene Hintern, den sie hochbekommen müssen), davon sind wir wohl weit entfernt, dafür leben wir zu bequem und lassen uns täglich von unseren „Dschungelcamphelden“ die Gehirne zukleistern. Somit bleibt Pispers Prognose eher ein frommer Wunsch: „Was meinen Sie was hier los wäre, wenn jeder wüsste was hier los ist?“

Pispers27

 

27. Grafikbörse in der Stadthalle Borken

Grafikbörse36Borken. „Talent alleine reicht nicht aus, eine gewisse Vermarktung gehört mit zur Kunst, aber ohne Talent ist das nichts“, mit diesen Worten eröffnete Dr. Norbert Humburg, Vorsitzender der Altegrever-Gesellschaft Münster am Freitagnachmittag gemeinsam mit Bürgermeister Rolf Lührmann die 27. deutsch-niederländische Grafikbörse in der Stadthalle. „Übrigens die einzige, die es gibt“, klärte er die Gäste auf.

Die Eröffnungsrede hielt Bürgermeister Rolf Lührmann, Kenner und Sammler von Grafiken. „Wir haben da einiges zu Hause, das wir immer wieder mal ausgetauscht, man will ja nicht stets auf dieselben Bilder schauen“, verriet der Bürgermeister.

Den 70 Ausstellern, 23 niederländische und 47 deutschen, die ein Auswahlverfahren durchlaufen mussten, wünschte er: „dass nicht nur `Sehleute´ die Grafikbörse besuchen, sondern auch `Kaufleute´.“ Die Eröffnungsgäste animierte er auch zum Erwerb des einen oder anderen Kunstwerks: „Für die grauen Tage ist es gut, wenn man eine schöne Grafik zu Hause an der Wand hängen hat, das muntert die Laune auf.“

Über ein viertel Jahrhundert findet jährlich die Grafikbörse in Borken statt, ein Marktplatz für serielle Kunst aus allen Bereichen der Grafik. Welche modernen Techniken sich in den letzten Jahren und Jahrzehnten entwickelt haben umriss Norbert Humburg in seiner Einführung.

Neben den bekannteren Techniken wie Fotografie, Siebdruck, Radierungen hat inzwischen der Laser auch in die Druckgrafiken Einzug gehalten. Die Aussteller auf der Grafikbörse verwenden jedoch überwiegend die bekannteren Techniken. Ein Grund dafür ist beispielsweise der Materialaufwand. Allerdings beschränken sie sich nicht mehr nur auf eine Technik und sind sehr experimentierfreudig.

„Druckgrafik ist nicht nur Kunst sondern auch Handwerk. Grafische Kunst verlangt mehr“, betonte Norbert Humburg. Im Gegensatz zur Malerei, wo Leinwand und Farbe reiche, könne nicht jeder zu Hause im grafischen Bereich arbeiten.

Hier hat Dr. Humburg allerdings außer Acht gelassen, dass beispielsweise auch Zeichnungen oder Monotypien mit zum grafischen Bereich zählen und auch modernere Techniken können Hobbykünstler mit ihrem Laserdrucker durchaus im stillen Kämmerchen durchführen.

Was man jedoch für eine Radierung alles braucht und wie das Ganze von Statten geht, führten Studenten der Uni Osnabrück am Samstag und Sonntag dem Publikum vor. Julia Koch, Sascha Ceglarski und Anna Horreis demonstrierten wie Kupferplatten bearbeitet werden und wie mit der großen Walzenpresse schließlich nach Einfärben und Abwischen der Platte das Bild entsteht. Auf alle Fragen der Zuschauer hatten sie sofort verständliche Antworten parat. Kein Wunder, wollen sie doch künftig das Fach Kunst an der Schule unterrichten.

Die Aussteller freuten sich über ein reges Interesse an ihren Werken, bei der Mehrzahl klappte es jedoch mit dem Verkauf ihrer größeren und teureren Werke nicht so gut. „Von den großen Bildern habe ich keins verkauft“, meinte ein niederländischer Teilnehmer, „allerdings etliche Postkarten, die Fotografien der großen Bilder sind.“ Auch bei Maria Klerx waren die Käufer sehr zögerlich, sie freute sich aber: „Ich habe einen Auftrag an Land ziehen können.“

 

Altweiber in Velen

Auch wenn heute Aschermittwoch ist, Karneval ist gerade vorbei und die bunten Bilder trösten vielleicht über die anstehende „Fastenzeit“ hinweg oder sind eine schöner Erinnerung an die Tollen Tage.

Buntes, närrisches Treiben in Velen, auch im Westmünsterland versteht man/frau zu feiern:

Und auch im Zelt auf dem Leinweberplatz: