St. Walburgis-Turm erstrahlt in neuem Gewand – Pfarrer läßt sich beurlauben

Kirchturm-Ramsdorf37Ramsdorf. Die Überschrift ist missverständlich? Ja, das eine hat mit dem anderen nichts zu tun, außer dass  es um die selbe Kirche geht. Mehrfach versuchte ich in der letzten Woche Pfarrer Michael Eiden für ein Statement zur Restaurierung ans Telefon zu bekommen, leider vergeblich. Heute steht in der Borkener Zeitung, er habe sich von Bischof Dr. Felix Genn freistellen lassen.

Der Grund: Er habe eine Beziehung zu einer Frau gehabt, so Eiden. „Innerlich zerrissen“ habe ihn „einerseits das Schöne einer Beziehung, andererseits das Leben eines zölibatären Priesters. Und das in Heimlichkeit, was kein Dauerzustand hätte bleiben können.“ Er habe diese Beziehung beendet, um sich „frei von innerem und äußerem Druck“ der Frage stellen zu können, wie er als Mensch und Priester in Zukunft weiterleben wolle und könne. „Dazu brauche ich die Freiheit von dienstlichen Verpflichtungen, Zeit und eine geistliche Begleitung“, heißt es in der Ansprache weiter, die Eiden der BZ am Sonntag übermittelte. (Zitat: Borkener Zeitung)

Ich habe Michael Eiden als einen lebhaften, intelligenten und bodenständigen Menschen kennen gelernt, der meinen größten Respekt hat. Respekt auch für diesen Schritt, den er jetzt getan hat. Für mich ist es nicht nachzuvollziehen, warum die katholische Kirche von ihren Priestern immer noch den Zölibat fordert. Ich halte ihn für doktrinär, überholt und weltfremd. Nun scheint der Kirche wieder einmal ein ausgezeichneter Mitarbeiter aufgrund dessen abhanden gekommen zu sein. Pfarrer Eiden ist dieser Schritt wahrscheinlich sehr schwer gefallen. Egal wie er sich entscheidet, immer fehlt etwas. Ich wünsche ihm Kraft und Glück.

Seit geraumer Zeit erstrahlt der Kirchturm in Ramsdorf in seinem neuen Gewand. Die Restaurierungsmaßnahmen sind abgeschlossen, keine Plane verdeckt den Blick auf den Turm, Zeit Bilanz zu ziehen.

1200 Steine wurden erneuert und Tonnen von Mörtel verarbeitet. Die neuen Fugen sind breiter als die alten. „Der alte Mörtel musste in einer gewissen Tiefe heraus gemeißelt werden, da bleibt es nicht aus, dass die Steinkanten ein wenig in Mitleidenschaft gezogen werden“, erklärt Architekt Gereon Rasche. Er ist mit dem Ergebnis der Restaurierung sehr zufrieden: „Ich bin sehr begeistert, wie gut der leicht rosa Farbton der neuen Fugen zum Sandstein passt. Wir haben insgesamt unsere Ziele eingehalten sowohl von den Kosten her als auch vom Zeitplan sind wir ins Zielgebiet reingekommen.“

Besondere Vorkommnisse gab es keine. Das Wetter hat mitgespielt, der milde, frostfreie Winter war ein Glück für die Arbeiten. „Es ist alles relativ glatt und ohne Aufreger verlaufen“, so Rasche. Schnell war ein Ersatz für eine ausgefallene Fachfirma gefunden, so dass es auch dadurch zu keiner großen Verzögerung kam. Nach Wissen des Architekten sind die Restaurierungsmaßnahmen mit großem Interesse und Wohlwollen aufgenommen worden.

Auf eine Besonderheit weist Gereon Rasche noch hin: „Die Ziffernblätter der Kirchturm-Ramsdorf01Kirchturmuhr sind nicht wie häufig üblich aufgemalt. Sie sind aus emailliertem Blech und wurden in einem Duisburger Fachbetrieb restauriert.“ Vier Turmseiten, vier Ziffernblätter von etwa 1,2 Meter Durchmesser, jedes zweigeteilt mussten ausgebessert werden. Besonders die Öffnung in der Mitte und die Löcher der Verschraubungen hatten gelitten. Emaille war abgeplatzt und das darunterliegende Blech gerostet. Jetzt ist wieder alles mit einer Glasschicht versehen und strahlt in neuem Glanz.

Was noch fehlt ist die Endabrechnung, die liegt noch nicht vor, die Schlussbegehung und die Abnahme durch das Denkmalamt. „Es ist aber nicht zu befürchten, dass die sagen: Macht das nochmal neu“, scherzt Rasche. „Für die ist das genauso spannend wie für mich. Es ist ja etwas völlig anderes sich eine kleine Musterfläche anzuschauen oder sich den ganzen Turm damit gemacht vorzustellen.

Die Pfarrnachrichten weisen darauf hin, dass am Namenstag der Pfarrpatronin, der heiligen Walburga, am Dienstag  25. Februar die heilige Messe abends 19.30 Uhr und nicht um 08.30 Uhr gefeiert wird. Anschließend lädt der Pfarreirat St. Walburga herzlich zu einem kleinen Fest zur „Wiedereröffnung des Turmes“ auf den Kirchplatz ein. Dort soll am Feuer und bei warmen Getränken Zeit für ein Gespräch und einen besonderen Blick auf den restaurierten Turm sein. Der Turm wird dazu besonders angestrahlt werden.

 

 

 

 

Weltklasse mit der WDR Big Band -„A Night in Brazil“

WDR-Big-Bandf122Weltklasse mit der WDR Big Band

Borken. Weltklassekünstler und eine der besten Big Bands der Welt standen am Freitagabend auf der Bühne des Remigianums. In Kooperation mit musik:landschaft westfalen veranstaltete das Gymnasium zum Valentinstag „A Night in Brasil“ vor ausverkaufter Aula.

Die mit einem Grammy ausgezeichnete WDR Big Band unter Chefdirigent Michael Abene spielte elf Kompositionen des Brasilianers Toninho Horta, alle Titel von Abene für die Band bearbeitet. Und damit wäre das schon ein toller Musikabend gewesen. Die nächste Steigerung war, dass Komponist Horta als Sänger und Gitarrist selber auf der Bühne stand und er hatte noch einen bedeutenden Kollegen und Freund mitgebracht, den amerikanischen Saxophonisten Ronnie Cuber. Cuber hat schon mit Größen wie Frank Zappa, George Benson, Paul Simon oder Eric Clapton zusammen gearbeitet, um nur einige zu nennen und ist in Rock und Pop genauso zu Hause wie im Jazz und Latin.

Die eher sanften, träumerischen Kompositionen Toninho Horta, die eine Mischung aus Bossa Nova, Pop und Jazz sind bekamen durch das Arrangement und die Interpretation der Big Band und der verschiedenen Solisten eine ungeheure Dynamik. Von träumerischen „Schlagermelodien“ war da nichts zu spüren, das war feinster, kraftvoller Big Band Latin-Jazz, der zu begeistertem Zwischenapplaus anregte.

Interpretatorische Freiheiten hatte Michael Abene den Solisten zur Genüge eingeräumt, so klang kein Stück wie das andere. Aus der Band traten als Solisten bei den verschiedenen Titeln P. Heller (Tenorsaxophon),  J. Goldsby (Bass), K. Strassmayer (Altsaxophon), F. Chastenier (Klavier), J. Marshall (Flügelhorn), L. Nuss (Posaune), A. Hunter (Posaune) und J. Hörlen (Altsaxophon) auf. Den lautesten und begeistertsten Applaus heimsten bei letzten Titel “ Aquelas Coisas Todas“ die drei Schlagzeuger ein H. Dekker, M. Doctor und R. Peil.

Rund 130 Schülerkarten waren im Vorfeld verkauft worden, obwohl die Jugendlichen nicht den größten Teil des Publikum ausmachten. Der Grund für die vielen jungen Besucher, in Musikkursen der Schule wird die Stilrichtung Jazz thematisiert und den Schülern im Hinblick auf das Konzert nahe gebracht.

Nach der Zugabe „Viver De Amor“ – passend zum Valentinstag „Es lebe die Liebe“ wies Michael Abene darauf hin, dass das Konzert am Samstagabend auf WDR 3 noch einmal gehört werden kann. Wer es verpasst hat, hat vier Wochen Zeit, es in der Mediathek nachzuhören.

Mit diesem Konzert hat der Veranstalter sein Ziel, Live-Musik auf höchstem Niveau in die Region zu bringen, wieder einmal erreicht, ganz zum Vergnügen der vielen begeisterten Zuhörer.

 

Thekentratsch bei Brömmel-Wilms – Erler Kleinkunstbühne

KKB-Erle(18)Erle. „Wir fünf Mädels sind total begeistert. Thekentratsch muss man erlebt haben. Die sind genial“, meint Christa Hildebrandt nach der gelungen Vorstellung der Comedy-Frauen am Samstagabend. Mit dieser Meinung steht sie nicht alleine dar. Rund 150 Besucher lachten Tränen über das witzige Programm des Duos auf der Erler Kleinkunstbühne.

Viele Erler Bürger hatten zum Bedauern von Michael Oestreich keine Karten mehr bekommen. „Die waren im Nu verkauft. Heute sind viele Besucher aus Dinslaken hier, vielleicht weil die Künstlerinnen von dort kommen“, meint der Veranstalter.

Auf der kleinen Bühne präsentieren die beiden Frauen von „Thekentratsch“ eine Mischung aus ihren beiden Programmen „Immer auf den letzten Drücker“ und „Schönheit hat immer 2 Gesichter“. Das Feuerwerk an Sticheleien gegen Männer im Allgemeinen und Besonderen kommt nicht nur bei den Besucherinnen sondern auch bei den Herren der Schöpfung gut an. Dabei vergisst das Comedy-Duo nicht die Frauen oder sich gegenseitig „durch den Kakao zu ziehen“. Erinnerungen an die „Missfits“ kommen hoch, denen sie in nichts nachstehen.

Im Unterschied zu denen polarisieren sie ihre Charaktere viel stärker. Da ist auf der einen Seite die „viel zu große“ – „Mein Gott bist du lang!“ – Kerstin Saddeler-Sierp. „Die ist so beige gekleidet, wenn die sich hier auf die Fresse legt, die findet keiner mehr wieder“, meint die Partnerin Heike Becker. Sie verkörpert die absolute „Kodderschnauze“, die auf jede Bemerkung wechseln kann, außer wenn es um ihren Fahrstil geht: „Blinke ich ganz brav und will rückwärts in die Parklücke, da kommt einer mit sonner riesigen Protzkarre und schnapp mir den Platz weg“ – „Heike, beruhig dich, war `ne Bushaltestelle.“

Von vielen kleinen und großen Missgeschicken erzählen die Beiden, aber auch von Erfolgen: „Ich hab meinem Mann erzählt, wenn er drei Stunden mit dem neuen Staubsauger saugt, erscheinen im Display die Ladys des Monats.“ Abwechslungsreich streuen sie Songs in ihr Programm ein wie den „Samstag-Morgen-Mama-ruft-schon-wieder-grundlos-an-Hasskappen-Blues“.

Ständig wechseln die beiden Frauen Rollen und Kostüme. Gerne präsentiert sich Heike Becker als die prollige Ruhrgebietspflanze. So unterhält sie sich mit der etwas nobleren Dame über ihre „Beiden“ auf dem Kinderspielplatz, bis sich allmählich herausschält, dass es sich bei den beaufsichtigten „Knaben“ um ihre 40-jährigen Ehemänner handelt.

Da ist es doch viel besser alleine zu leben. „Ich bin Single aus Überzeugung“, meint Kerstin. „Aber nicht aus eigener“, ergänzt Heike. Und dann ruft wieder Mutti (Heike) an und will ihrer Tochter (Kerstin) erzählen, dass der 40 Jahre alte Sauerteig (die Besucher erinnern sich an „Herrmann“) nicht mehr richtig geht. Die Mutter redet vom Teig, „der früher schön fest wurde, doppelt so groß, heute immer wieder schlapp macht und nicht mehr kommt“, während die Tochter missverständlicher weise denkt, Mutter würde über Papa reden.

Auch wenn es teils derb zugeht ist das Publikum so begeistert, dass es mehrere Zugaben fordert. Heike und Kerstin laden alle herzlich zu ihrem 10-jährigen Bühnenjubiläum im Sommer nach Dinslaken ein: „Kommt vorbei, liegt ja gleich um die Ecke.“

 

Ein Gespenst zum Anfassen -Kindertheater in der Alten Molkerei

Gespenstl(5)Ramsdorf. „Aufstehen, aufstehen“, rufen die Kinder voller Begeisterung in der Alten Molkerei als der Wecker klingelte. Aber alles Rufen hilf gar nichts. Das „Kleine Gespenst“ in seiner Truhe wird trotz Weckerklingeln und Kinderrufen nicht wach. Wieder hatte es den Tag verschlafen.

Das Wittener Kinder- und Jugendtheater führt das Stück „Das kleine Gespenst“ von Otfried Preußler zwar rund 50 mal im Jahr auf, von dem großen Publikum in der alten Molkerei zeigten sich die drei Akteure sehr begeistert. „Ich fand das toll, wie die auf ihren Kissen direkt vor uns hockten. Die waren so nah ohne uns zu bedrängen“, meint Dominique Christine Fürst nach der Vorstellung.

Gekonnt schlüpfen sie, Andreas Richter und Lena Kupke als Gespenst in verschiedene Rollen und Kostüme. Geht Andreas Richter als Bürgermeister durch die Mitteltür raus, kommt er kurze Zeit später als Uhrmacher an einer anderen Stelle hervor. Dieser Uhrmacher verstellt bei seiner Kontrolle die Rathausuhr um harmlose 12 Stunden. Nun schlägt es nicht mehr um Mitternacht zwölfmal und weckt dadurch das „Kleine Gespenst“ auf sondern um zwölf Uhr mittags.

Zum ersten Mal sieht das „Kleine Gespenst“ die Sonne, aber zu seinem Unglück hat es durch den Zeitwechsel auch seine Farbe verändert von Weiß nach Schwarz . So stört es jetzt die Vorbereitungen der Eulenberger Stadtbewohner zur 325 Jahresfeier. Besonders den Bürgermeister hat das Gespenst im Visier. Weil das Gespenst den Bürgermeister mit dem schwedischen General Thorsten Torstenson verwechselt, jagt es dem Bürgermeister großen Schrecken ein und hetzt ihn durch die Reihen der begeisterten Kinder und durch den ganzen Saal der Alten Molkerei. Leider kann das Gespenst nicht mehr seinen Freund Herrn Schuhu, den Uhu um Rat fragen, wie es aus der misslichen Lage herauskommt. Die neue Freundin, Tochter des Uhrmachers hilft dem „Kleinen Gespenst“ indem sie den Vater bittet, die Rathausuhr noch einmal zu überprüfen. Und „Ticki-Tacki“ ist alles wieder in Ordnung, nachdem die Zeiger um zwölf Stunden weiter gerückt werden und das Glockengeläut wieder um Mitternacht erklingt.

Langen Applaus von großen und kleinen Zuschauern gibt es zum Schluss und etwas ganz Besonderes, eine persönliche Verabschiedung von den drei Akteuren mit Handschlag. Ein Gespenst zum Anfassen, für die die sich trauen und mit dem man sich sogar unterhalten kann.

 

Grünflächenpaten gesucht – „Urban gardening“ in Heiden

 

Heiden. „Das ist nicht mit viel Arbeit verbunden“, meint Annegret Klümper über die beiden Beete vor ihrem Haus. Schon seit Jahren kümmert sich Ehepaar Klümper um diese Flächen obwohl sie nicht zu ihrem Grundstück gehören, 335601sie gehören der Gemeinde.

„Wir haben einen kleinen Vertrag bei der Gemeinde unterschrieben in dem wir uns verpflichten, für diese Flächen zu sorgen“, so Annegret Klümper. „Aber das haben wir auch schon jahrelang vorher gemacht“, ergänzt ihr Mann Helmut. „Vorher standen hier flachwurzelnde Bäume, die haben das Pflaster angehoben, da wurde es für Leute mit Rollator schon gefährlich. Nachdem die Bäume gefällt waren, hat die Gemeinde die Steine neu verlegt und in Absprache mit uns den Kirschlorbeer gepflanzt. Eigentlich müssen wir nur ein bisschen Unkraut zupfen, mal den Rindenmulch wegfegen, den die Vögel rauswerfen und im heißen Sommer auch mal den Gartenschlauch drauf halten.“

„Viel Arbeit ist damit nicht verbunden“, meint auch Bauamtsleiter Wilhelm Bösing. „Bisher haben wir 32 Heidener, die sich um Grünflächen kümmern, zwei Anträge sind in Bearbeitung. Wir hoffen, dass uns noch viel mehr Bürger durch eine Patenschaft unterstützen. Für die neun Bauhofmitarbeiten wird das allmählich zu viel Arbeit.“

Aus diesem Grund sucht die Gemeinde dringend weitere Paten für die Grünflächen an ihren Wohngebäuden. Obst und Gemüse können dort zwar nicht angebaut werden, wer wollte die auch essen, wenn sie eventuell vom Straßenverkehr belastet sind, aber ansonsten wird in Absprache mit der Gemeinde, das gepflanzt, was die Bürger möchten, beispielsweise Rosen, Sträucher, Büsche. „Hier haben die Leute volles Mitspracherecht. Ansonsten setzen wir nur möglichst pflegeleichte Bodendecker“, so Bösing.

„Im letzten Jahr ist uns ein Kirschlorbeer eingegangen. Da hat mein Mann einen neuen gekauft und eingepflanzt“, sagt Annegret Klümper. Das wäre aber gar nicht nötig gewesen. „Geht etwas ein, stellt die Gemeinde die Pflanzen. So etwas kann ja passieren“, meint der Bauamtsleiter. „Hintergrund der ganzen Aktion ist zum Einen, den Bauhof zu entlasten, zum Anderen wird das optische Bild der Gemeinde aufgewertet.“

Um wie viele Flächen es insgesamt geht, weiß die Gemeinde nicht genau, hier fehlt ein genaues Grünflächenkataster, das zur Zeit in Arbeit ist. Im politischen Rahmen muss eventuell darüber beraten werden, ob auf Dauer nicht sogar Fremdfirmen mit der Pflege dieser Flächen beauftragt werden müssen. Wer eine Grünflächenpatenschaft übernehmen möchte kann sich im Bauamt an Arnhold Koschinsky unter 02867/977-417 wenden.