Thekentratsch bei Brömmel-Wilms – Erler Kleinkunstbühne

KKB-Erle(18)Erle. „Wir fünf Mädels sind total begeistert. Thekentratsch muss man erlebt haben. Die sind genial“, meint Christa Hildebrandt nach der gelungen Vorstellung der Comedy-Frauen am Samstagabend. Mit dieser Meinung steht sie nicht alleine dar. Rund 150 Besucher lachten Tränen über das witzige Programm des Duos auf der Erler Kleinkunstbühne.

Viele Erler Bürger hatten zum Bedauern von Michael Oestreich keine Karten mehr bekommen. „Die waren im Nu verkauft. Heute sind viele Besucher aus Dinslaken hier, vielleicht weil die Künstlerinnen von dort kommen“, meint der Veranstalter.

Auf der kleinen Bühne präsentieren die beiden Frauen von „Thekentratsch“ eine Mischung aus ihren beiden Programmen „Immer auf den letzten Drücker“ und „Schönheit hat immer 2 Gesichter“. Das Feuerwerk an Sticheleien gegen Männer im Allgemeinen und Besonderen kommt nicht nur bei den Besucherinnen sondern auch bei den Herren der Schöpfung gut an. Dabei vergisst das Comedy-Duo nicht die Frauen oder sich gegenseitig „durch den Kakao zu ziehen“. Erinnerungen an die „Missfits“ kommen hoch, denen sie in nichts nachstehen.

Im Unterschied zu denen polarisieren sie ihre Charaktere viel stärker. Da ist auf der einen Seite die „viel zu große“ – „Mein Gott bist du lang!“ – Kerstin Saddeler-Sierp. „Die ist so beige gekleidet, wenn die sich hier auf die Fresse legt, die findet keiner mehr wieder“, meint die Partnerin Heike Becker. Sie verkörpert die absolute „Kodderschnauze“, die auf jede Bemerkung wechseln kann, außer wenn es um ihren Fahrstil geht: „Blinke ich ganz brav und will rückwärts in die Parklücke, da kommt einer mit sonner riesigen Protzkarre und schnapp mir den Platz weg“ – „Heike, beruhig dich, war `ne Bushaltestelle.“

Von vielen kleinen und großen Missgeschicken erzählen die Beiden, aber auch von Erfolgen: „Ich hab meinem Mann erzählt, wenn er drei Stunden mit dem neuen Staubsauger saugt, erscheinen im Display die Ladys des Monats.“ Abwechslungsreich streuen sie Songs in ihr Programm ein wie den „Samstag-Morgen-Mama-ruft-schon-wieder-grundlos-an-Hasskappen-Blues“.

Ständig wechseln die beiden Frauen Rollen und Kostüme. Gerne präsentiert sich Heike Becker als die prollige Ruhrgebietspflanze. So unterhält sie sich mit der etwas nobleren Dame über ihre „Beiden“ auf dem Kinderspielplatz, bis sich allmählich herausschält, dass es sich bei den beaufsichtigten „Knaben“ um ihre 40-jährigen Ehemänner handelt.

Da ist es doch viel besser alleine zu leben. „Ich bin Single aus Überzeugung“, meint Kerstin. „Aber nicht aus eigener“, ergänzt Heike. Und dann ruft wieder Mutti (Heike) an und will ihrer Tochter (Kerstin) erzählen, dass der 40 Jahre alte Sauerteig (die Besucher erinnern sich an „Herrmann“) nicht mehr richtig geht. Die Mutter redet vom Teig, „der früher schön fest wurde, doppelt so groß, heute immer wieder schlapp macht und nicht mehr kommt“, während die Tochter missverständlicher weise denkt, Mutter würde über Papa reden.

Auch wenn es teils derb zugeht ist das Publikum so begeistert, dass es mehrere Zugaben fordert. Heike und Kerstin laden alle herzlich zu ihrem 10-jährigen Bühnenjubiläum im Sommer nach Dinslaken ein: „Kommt vorbei, liegt ja gleich um die Ecke.“

 

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