Osterfeuer in Rhade als Ort der Kommunikation


Rhade (csp). In die Flammen schauen, die Funken beobachten, mit den Nachbarn klönen, den Kindern den Brauch vermitteln, das Bratwürstchen genießen und dazu ein kühle Bierchen zischen, dazu hatten sich auch in diesem Jahr hunderte auf dem Schützenplatz in Rhade versammelt. Pünktlich um 20 Uhr war die Freiwillige Feuerwehr Rhade zum Schützenplatz gezogen um das Osterfeuer anzuzünden. Der Erste Vorsitzende des Heimatvereins Christoph Höller begrüßte die zahlreichen Zuschauer. Pfarrer Franz-Gerd Stenneken und der evangelische Pastor Hans-Jürgen Patro wiesen auf die Bedeutung des Osterfeuers für die Menschen hin: „Das Feuer hat eine lange Tradition im Leben der Menschen, schon die alten Römer und Germanen wussten um seine magische Kraft. Das Feuer ist ein Ort der Versammlung, des Austauschs und der Kommunikation.“ Und so handelten auch die vielen Besucher und genossen bei kaltem Wetter die wohlige Wärme des Feuers.


„Ich bin so scharf. Ich hab Bedarf“

Biggi Wanninger und Anne Rixmann begeisterten am Weltfrauentag die Borkenerinnen mit ihrem Programm „200% Frauenquote“ in der ausverkauften Stadthalle im Vennehof.

Von Claudia Peppenhorst

Borken. Freitagabend treten Wanninger & Rixmann in der ausverkauften Stadthalle vor ein von Frauen dominiertes Publikum. Mit ihrem Programm „200% Frauenquote“ begeistern sie alle, auch die wenigen Männer, die zu Besuch gekommen sind, denn ihre Kabarettnummern richten sich nicht gegen Männer. Organisiert und eingeladen zu diesem brillanten Abend hatten die Geleichstellungsbeauftragten von Borken, Reken und Heiden, Anna Grütering-Woeste, Sabine Rentmeister und Heike Twyhues.

„Es ist so schön, in Borken zu spielen“, schummelt Biggi Wanninger gleich zu Beginn: „Ich glaube, ich habe Borken die ganze Zeit vermisst.“ Das glaubt ihr Anne Rixmann nicht und schließt sie an einen Lügendetektor an. Am Ende der Nummer ist klar: „Bei uns Frauen sind es nur Notlügen. Lieber vier Mal stöhnen, als die ganze Nacht diskutieren.“ Mit ihren frechen Anspielungen nehmen sie sich und die Frauen (und auch Männer) auf die Schippe. Als Telefon-Wahrsagerinnen beraten sie Hitler: „Du wirst an einem jüdischen Feiertag sterben.“ Er will wissen, an welchem genau. „Das ist gleichgültig, wenn du stirbst ist jeder Tag ein jüdischer Feiertag.“

Unerschrocken nimmt das Duo auch alle Religionen in ihrem Göttertest aufs Korn mit dem Fazit: „Alle Schöpfergötter sind Machos und wenn es kritisch wird, verpissen sie sich.“

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Indisches Kismet wird verbal verhunzt als: „Ma-hat-ma-Glück, ma-hat-ma-keins.“

Politisch wird Anne Rixmann in ihrer Rolle als Angela Merkel: „Ich bin auf dem Teppich geblieben, aber mein Teppich kann fliegen“, oder: „Jesus konnte über das Wasser gehen, ich kann an Land schwimmen.“ Dann wenden sie sich wieder mehr sozialkritischen Themen zu,  als typische Hausfrauen in ihrem „Reihenhausgetto“, spielen sie auf ungleiche Entlohnung von Männern und Frauen an mit ihrem Rap: „Zu wenig Brutto und  ne Schlange bei netto.“ Oder sie demonstrieren als Omas vor dem Kernkraftwerk Kalkar, bis sie der Sicherheitsdienst des Vergnügungsparks auf ihren Fehler aufmerksam macht.

Das lockere Publikum ist begeistert, zwischen Bühne und Zuschauerraum scheint es keine Barriere zu geben. Immer wieder scheint man bekannte Gesichter durch die auf der Bühne überzeichneten Figuren – selbst wenn nur aus der Boulevardpresse – wiederzuerkennen. Dann steht das Duo als reiche Russinnen auf der Bühne, die die Geschäfte der Düsseldorfer Kö snobistisch als Billigläden bezeichnet. Übrigens: „Irinas erste Worte waren „Gucci, Gucci, Gucci“. Demnächst fahren wir zum Shoppen nur noch nach Dubai. Da haben die keine Ratten in der Kanalisation, sondern Nerze.“

Selbstbewusst bringen sie mithilfe eines Plakates den Frauen gegen Ende ein Lied bei. Alle singen mit (auch die Männer): „Ich bin so scharf. Ich hab Bedarf. Will wenn ich darf. Beischlaf.“

Schließlich ist es schwierig für Wanninger und Rixmann von der Bühne zu kommen, denn das Publikum fordert Zugaben und bekommt sie. Spätestens dann hat auch der letzte bemerkt, dass die auf der Bühne vermeintlichen Konkurrentinnen ein Herz und eine Seele sind und gerne vor dem Borkener Publikum gespielt hat.

Rekener erleben abendfüllende Geburtstagsparty mit Horst Schroth

Von den Frauen ließ sich der Kabarettist bestätigen, dass es auch in Reken Männer mit Bindungsangst gibt. Männer, Frauen, Fotografen, Sauerländer, Katholiken, Politiker und viele mehr nahm der Komiker in seinem Bühnenprogramm aufs Korn.

Horst Schroth(24)

Reken (csp). Im Rekenforum verfolgten am Freitagabend 300 Besucher den Auftritt von Horst Schroth. Was der Kabarettist dort auf die Bühne brachte war eine zusammenhängende Geschichte, die sich um die Party zum 65. Geburtstag von Freund „Fränki“ drehte. Rasant wechselt er die dargestellten Charaktere, temporeich reisst er das Publikum in immer neue Situationen, so dass zwar zum Lachen aber für Applaus kaum Zeit bleibt. „Manchmal fällt es mir schwer ihm zu folgen, weil er so schnell erzählt und die Figuren so schnell wechselt“, meint eine Besucherin in der Pause. Mit scharfer Zunge macht er sich über seine Kunstfigur Nicki her und verteilt Seitenhiebe in alle Richtungen, Männer und Frauen nimmt er gleichermaßen aufs Korn, spielt mit dem Publikum und spricht gezielt einzelne Besucher an. Viele Pointen stimmen nachdenklich, die schnellen Gags begeistern die Besucher. Auch die Fotografin der BZ bekommt ihr „Fett weg“: „Von mir gibt es genug Bilder, kommen sie rauf und fotografieren sie das Publikum. Hier kommt ihre Reporterin von der Borkener Zeitung.“
Manche seiner schnellen Witze sind einfach: „Eine Frau ist immer so alt, wie sie vor dem Frühstück aussieht.“ Manche sind neu, Männer die im alter Väter würden: „Anthony Quinn, Picasso, Jean Pütz, sind DOBYs – Daddy old, baby young“; wieder andere politisch: „Die Vogelgrippe nahm ihren Anfang im Wahlkreis von Frau Merkel, dann hat sie sich über ganz Europa ausgebreitet.“ Über Politiker aller Parteien und über Politik machte sich Horst Schroth erst in der letzten Viertelstunde seines Programms lustig: „Schmidt konnte nur die Wahrheit sagen, Kohl konnte nur Lügen, Merkel kennt den Unterschied nicht.“ Am Ende erklärte er noch die Schuldentilgung „auf griechisch“: „Gehen sie in ein griechisches Hotel, legen sie 100 Euro auf die Theke und sagen, sie wollen sich ein Zimmer anschauen. Dann rennt der Hotelbesitzer mit dem Geld zum Metzger um seine Schulden zu bezahlen, der wiederum zahlt damit seine beim Bäcker, der beim Fotografen, der Fotograf wiederum beim Hotelier. Endlich liegt das Geld wieder auf der Theke, sie nehmen es zurück und sagen, dass sie das Zimmer doch nicht wollen. In den zehn Minuten sind sie nicht ärmer geworden und die vier Griechen haben alle ihre Schulden bezahlt.“ Horst Schroth tanzt zum Applaus der Besucher Sirtaki und lädt alle Rekener ein, ihn in seinem St. Pauli Theater in Hamburg zu besuchen, aber gerne kommt er auch noch einmal nach Reken.