„Ich bin`s doch, euer Horsti!“ – Horst Lichter kocht in der Stadthalle

Horst-Lichtert02Borken. Die Stadthalle war gerappelt voll, da musste sogar die hintere Abtrennwand weichen. Das alles nur, um einem Mann mit Schnauzbart beim Kochen zuzuschauen. Horst Lichter präsentierte sein „Jetzt kocht er auch noch“ in Borken. Der Fernsehkoch und Entertainer weiß, wie er mit seiner Baßstimme und dem Dackelblick die Herzen seines Publikums gewinnt, die gespielte Nervosität bietet daher einen schwungvollen Einstieg in seine Geschichtchen und sein Programm.

Die Aufgeregtheit redet sich der sympathische Fernsehkoch schnell von der Seele. Korrigiert einen Freund der Priester geworden und das Lampenfieber mit Wein angegangen war. „Jesus starb nicht auf einer Kreuzung sondern auf einer Kreuzigung.“ Schnell kommt er aber zum eigentlichen Thema des Abends: Lebensmittel und Kochen. Zum Erstaunen des Publikums „benutze ich keine Butter mehr, dafür Quark, so weiß, den könnte ich als Scheinwerfer benutzen.“ Aber da kommt zur Erleichterung aller natürlich Sahne rein. Dann dürfen Zuschauer probieren: „Mhmm.“ Aber Lichter meint „Bähh, Quark, das ist für`n Rücken, wenn de Sonnenbrand hast. Ich bin`s doch, euer Horsti!“

Und Horsti weiß, was seine Fans wollen: viel Butter, viel Sahne,“ Bierschen“, deftig und reichlich. Das macht er immer wieder zum Thema, kocht es vor und zeigt wie die Sterneköche „Löffelschen“ mit „Schäumschen“ auf Gemüsebett dekorieren, dass man fast mit der Lupe drangehen muss, um zu entdecken, dass da was drauf liegt. Parallel dazu „dekoriert“ er seine „Resteplatten“, hier können vier ausgesuchte Zuschauer genüsslich am Tisch auf der Bühne schlemmen. Es schmeckt und satt wird jeder mit Sicherheit.

Damit sein Publikum auch genau verfolgen kann, was da in der auf der Bühne aufgebauten Küche passiert, gibt es Kameramann Michael. Die Bilder werden auf eine riesige Leinwand projiziert und somit hat die Show ein bisschen was von Fernsehen. Andererseits, was ist ein Horst Lichter, wenn man seinen Schnauzbart nicht in groß bewundern kann, ganz von den herrlichen Grimassen zu schweigen. Zwischendurch wird Michael aber immer mal weggeschickt: „Geh mal eine rauchen. Der raucht zwar gar nicht, aber bald hab ich ihn soweit.“ Dann erzählt Horsti ohne Kamera witzige Anekdoten, lästert über die Gourmetküche, seinen Freund Johann, oder regt sich über Kellner auf „die Lavendel-Tarzans“ in Köln. „Früher gab es eine Karte, da stand alles drauf, heute gibt es sogar eine Wasserkarte. Gletscherwasser… wahrscheinlich aufgetaute Eiswürfel aus dem Kühlschrank.“ Auch über die Vokabeln der Haut Cousine macht er sich lustig, bei ihm gibt es nicht nur Bratenfond sondern auch Rebenfond (Rotwein). Er verrät: „Muskatnuss ist kein Rauschmittel, ich hab`s versucht, beim Rauchen verbrennst du dir die Finger.“ Lächerlich findet er: „Fleur de sel – Salzblüten – Quatsch, ich hab ein Pfund Salz eingepflanzt, das hat nicht geblüht.“ Die Kamera schaut in den Kochtopf: „Die Blasen die aufsteigen und platzen, das sind Kalorien die sterben.“ Mit seinen kleinen Weißheiten bringt der lustige Lichter alle zum Lachen. Sein „Frageblock“ am Ende des Programms geht schon fast in Richtung stand-up-comedy. „Ist Kreuzkümmel nur für Katholiken?“-“ Was nehmen sie auf eine einsame Insel mit? Butter oder Sahne? – Die Kuh!“

Aber er kann auch besinnlich, wenn er verrät, warum er immer gute Laune hat. Er holt ein Maßband aus der Tasche und zeigt in Zentimetern, wie viel Lebenszeit wahrscheinlich noch bleibt: “ Liebe Leute, ich habe keine Zeit für Arschlöcher und schlechte Laune.“

(Siehe auch Artikel in der Borkener Zeitung (online oder print) vom 4.4.2014 „Satt werden mit Horst Lichter“)

 

So mystisch ist das Münsterland – Ausstellungseröffnung

AusstellungseRek07Reken. Großer Andrang herrschte am Samstagabend zur Eröffnung der Sammelausstellung „Mystisches Münsterland“. Gleichzeitig wurde damit das neue Vereins- und Bildungszentrum Reken eingeweiht.

Nach einer kurzen Eröffnungsrede durch die stellvertretende Bürgermeisterin Brita Weishaupt, in der sie signalisiert: „“Wir als Gemeinde haben das Projekt sehr gerne unterstützt. Wenn noch einmal etwas ähnliches kommt, sie wissen, wir haben dafür immer ein offenes Ohr.“, übergab sie das Mikrofon an die Initiatorin der Ausstellung Heike Vullriede. „Bleiben sie auf ihren Plätzen“, wandte sich die Autorin an die Besucher „Wir führen sie durch einen Teil der Ausstellung indem wir hier vor den Bilder die jeweiligen Texte lesen.“

„Die mystischen Texte in Kombination mit den Bildern gehen sehr unter die Haut“, so eine Besucherin. Und das ist das Besondere, die Symbiose von Text und gemaltem Bild oder Foto, diese drei Künste vereinigen sich hier. Zu jedem Bild gibt es einen korrespondierenden Text. 19 Künstler und Künstlerinnen der Farbmühle Reken und vier Literaten von LitVier haben hier interdisziplinär und gelungen zusammengearbeitet.

An der Ausstellung nehmen teil:

Ulrike Benson, Gaby Eggert, Liza Ettwig, Franziska Hark, Dr. Ursula Heidbüchel, Katharina Iglinski, Ivonne Inholte, Heike Kappe, Guido Kuschel, Marita Lehmann, Bärbel Lippe, Erika Reichert, Ule Rolff, Inge Schemmer, Ulla Steinkamp, Heike Vullriede, Veronika Wenker, Bernhilde Wüller, Monika Zalewski.

In drei hervorragend gestalteten Räumen und im Flur des VerBiz Reken ist die Ausstellung während der Öffungszeiten bis zum 25. Mai zu bewundern, danach geht sie im Münsterland „auf Reisen“.

Ausstellung in den Räumen des Vereins- und Bildungszentrum Reken, Am Wehrturm 13, Groß-Reken