Sagenhafte Sagentour durch Erle

Sagentour_Erle21Erle. Einen tiefen Einblick in die Heimatgeschichte erfuhr eine überschaubare Teilnehmerzahl bei der „Sagentour“ des Heimatvereins Erle.

Start und Ziel für die Radfahrer ist das Heimathaus Erle. Von hier aus führt der Weg über eine knapp fünf Kilometer lange Strecke mit acht Stationen. „Es geht uns nicht darum Strecke zu machen. Wir wollen den Teilnehmern an den Stationen dazugehörige Erler Sagen vortragen“, meint Ingrid Horstmann, die sich mit Kostümen und Utensilien für die teilnehmenden Kinder auf dem Gepäckträger eingedeckt hat. Aber Kinder nehmen keine teil, daher brauchen sich Klaus Werner, Vorsitzender des Heimatvereins und Ingrid Horstmann bei den vorgetragenen Sagen auch keinen Maulkorb umbinden.

Die erste Station ist die Femeiche, an der von der Magd erzählt wird, die vom Grafensohn geschwängert worden war. Bei dem alten Grafen fand sie für ihr Schicksal kein Gehör und sie wusste sich keinen anderen Rat, als das Kind im Schlossteich zu ertränken. Das Knäblein soll noch heute als Irrlicht auf dem Wasser erscheinen. Die Magd wurde vom Freigericht zum Tode durch den Strang verurteilt.

Hier greift Klaus Werner korrigierend ein und nimmt der Sage ihren Stachel: „Unter dem Freigericht ist niemals eine Frau verurteilt worden, nur Männer, auch Adelige. Die Grafen waren ja ursprünglich Raubritter.“ Der Heimatvereinsvorsitzende weiß viel über die Hintergründe, und so erfahren die Teilnehmer mehr, als würden sie das gerade erschienene Sagenbuch daheim lesen. „Die Sagen kennt keiner mehr in Erle“, ist sich Werner sicher, „deshalb haben wir sie veröffentlicht. Viele davon hat Bauer Hermann Kuhlmann 1922 aufgeschrieben. Mit Sicherheit gibt es noch viele mehr zu entdecken, denn beispielsweise war die Marienthaler Straße bis 1922 zwar nur ein Sandweg aber auch eine Wallfahrtsstrecke nach Kevelaer. Um solche Wege ranken sich etliche Geschichten und Sagen.“

Die Sage vom Geheimgang zwischen Raesfeld und Erle ist von Ingrid Horstmann schnell erzählt. Darin taucht ein Schatz auf, den die Kinder an einem Stein an der Eiche hätten finden können. Jetzt suchen die Erwachsenen den Schoko-Gold-Schatz zusammen, den Ingrid dort vorher versteckt hat.

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