„Frizzles“ in der Alten Molkerei Ramsdorf

Improvisationstheater mit feinsinnigem Humor

Fizzles-Galerie(49)Das Chamäleon ist das „Wappentier der drei Komiker von „Frizzles“. Freitagabend begeisterten sie die Besucher in der Alten Molkerei in Ramsdorf. Spontan wechseln sie auf Zuruf des Publikums ihre Rollen, das Genre, die Sprache oder die Szenen und lassen die Besucher mitspielen, sogar auf der Bühne.

Betty und Katrin gehen durch den Saal und begrüßen das Publikum mit Handschlag. Auf der Bühne geht das Kennenlernen weiter: „Jetzt wollen wir euch näher kennenlernen. Ihr ruft euren Namen rauf, wir rufen unseren runter, alle gleichzeitig.“

Improvisationstheater kennt man von „Springmaus“ oder bekannten Komikern wie Ralf Schmitz oder Bernhard Hoecker aus dem Fernsehen. Zum Team der Frizzles aus Köln gehören zwei Frauen und zwei Männer. Freitagabend standen drei davon auf der Bühne: Betty LaMinga, Katrin Piplies und Bernd Budden (Musik) und auch mitspielende Zuschauer und Zuschauerinnen in der alten Molkerei. Improvisationstheater steht und fällt mit der Mitarbeit des Publikums. Die Gäste des Abends reagieren perfekt. Spontan und mit viel Freude „arbeiten“ sie mit.

Durch das Spiel mit dem Publikum ergeben sich Situationen bei denen Lachtränen fließen. „Welche Sehenswürdigkeiten gibt es in Ramsdorf?“ – „Das Gerüst um den Kirchturm, der ist grün verhüllt.“ – „Oh, war Christo hier?“ – „Und das Hühnengrab.“ – „Wer liegt da wohl? Man weiß es nicht!“ -„Welche Geschäfte würdet ihr euch in Ramsfeld wünschen?“ – Na, ja, manchmal weiß man als Künstler nicht so genau, wo man sich gerade in der Republik befindet, das kann passieren, Ramsdorf, Ramsfeld oder Ramsburg werden da schon mal im Eifer verwechselt.

Fizzles-Galerie(30)Auch die Gesangsdarbietungen kommen beim Publikum gut an. Gemeinsam einigt man sich auf „Wenn die bunten Fahnen wehen“, dann darf das Publikum die Stilrichtung wählen. So haben sie das Lied der Mundorgel wohl noch nie gehört, im Technostil „Fahnen, Fahnen, wehn, wehn, dzzt, dzzt – drei Stunden später – Fahnen, Fahnen“ oder als Irish Folk mit Tanzeinlage und schließlich ein Jazz-Reggae Gemisch.Fizzles-Galerie(27)

Ein imaginärer Kicker steht auf der Bühne, das Publikum darf bestimmen in welchem Filmgenre die beiden Komikerinnen die Szenen spielen. Im Sience-Fiction erklärt Data: „Männer an Stangen, ähnliches habe ich auf der Erde gesehen, da waren es Frauen an Stangen.“ Im Horrorfilmstil erfährt das Publikum, dass „Er“ alle Männer auf Stangen aufgespießt hat. „Sie“ entsetzt: „Die leben ja noch. Und da, das ist doch der Bürgermeister.“ Die Ramsdorfer trommeln vor Lachen.

Der Humor der „Frizzles“ kann nur als feinsinnig bezeichnet werden. Manchmal vielleicht etwas albern ging das Programm nicht unter die Gürtellinie oder artete in Klamauk aus. Ohne Zugaben kamen die Künstler selbstverständlich nicht von der Bühne. Das Publikum hat sich den Namen Fizzles gut gemerkt und wird nach weiteren Auftritten Ausschau halten.

Vocal Total, total gut

Vocal-Total-(1)Die Sitzplätze der Stadthalle reichten beim Konzert des Erwachsenenchors der Musikschule Borken am späten Samstagnachmittag kaum aus. Obwohl die erste Reihe fast leer war, laßen viele junge Besucher auf dem Boden der seitlichen Gänge.  Vocal Total brachte ein mitreißendes, farbenfrohes Programm auf die Bühne. Sie nannten es „Vocal Total in Farbe“. Jeder der 18 Titel führte das Publikum durch einen Teil des Farbkreises, Volker Senft durch das Programm.

Schlager, Jazz, Musical, Filmmusiktitel, alles beherrscht der gemischte Chor. Dafür proben die rund 90 Mitglieder einmal wöchentlich. Viel Applaus und wenig Murren gab es für die erste Hälfte und Titel wie „Blue Moon“, „On green Dolphin Street“, „Der rote Saraphan“, den Klassiker „Greensleeves“, der Sprachübung aus My fair Lady „Es grünt so grün“ und dem mitreißenden „Mein kleiner grüner Kaktus“ bei dem das Publikum mit klatschte.

Professionell leitete Heike Schollmeyer den Laienchor durch die A-capella Stücke oder gab auch noch der begleitenden Band „Jumping Jive Swing Society“ ihren Einsatz, obwohl die Profimusiker Harald Schollmeyer (Keyboards), Volker Sipplie (Drums) und Ingo Senst (Bass) diesen kaum brauchten.

Vocal-Total-(40)Nach der Pause ging es bunt weiter mit Titeln aus Vocal-Total-(60)der Operette Maske in Blau. Leichte Probleme bei den Sopranstimmen wurden durch die wurden vom Publikum verziehen, besonders weil der Rest reibungslos ablief. Begeisterung riefen die folgenden Titel hervor „A whiter shade of pale“, Edith Piafs „La vie en rose“ und das von Hildegard Knef bekannte „Für mich soll`s rote Rosen regnen“. „Tie a yellow ribbon“ aus dem Film „Das Farbenspiel des Windes“ fanden die Zuhörer besonders schön. Mit „Rote Lippen soll man küssen“ endete der musikalische Nachmittag jedoch nicht ohne Zugaben „Hallelujah“ von Leonard Cohen und „What a wonderful world“ das Louis Armstrong berühmt gemacht hat.

„Das hat nicht alles so gut geklappt“, meinte eine Dame aus dem Chor nach dem Konzert. “ Wir sind jetzt auch geschafft. Heute zum ersten Mal die Generalprobe mit der Band und dann das Konzert. Aber wir sind zufrieden“

Und eine andere verriet: „Das Singen in diesem Chor macht so großen Spaß, das ist einfach toll. Ich kann nur jedem raten hier mitzumachen.“

Der Eintritt zu dem Konzert war kostenfrei. Volker Senft bat das Publikum um eine kleine Spende, falls es gefallen hat: „Übrigens eine unserer zahlreichen Lehrerinnen im Chor hat nach dem letzten Konzert ausgerechnet, dass das Spendenaufkommen pro Zuhörer bei etwa zwei Euro lag. Da traue ich ihnen aber mehr zu.“ Ob es mehr geworden ist, wird der Kassensturz zeigen.