Osterfeuer in Rhade als Ort der Kommunikation


Rhade (csp). In die Flammen schauen, die Funken beobachten, mit den Nachbarn klönen, den Kindern den Brauch vermitteln, das Bratwürstchen genießen und dazu ein kühle Bierchen zischen, dazu hatten sich auch in diesem Jahr hunderte auf dem Schützenplatz in Rhade versammelt. Pünktlich um 20 Uhr war die Freiwillige Feuerwehr Rhade zum Schützenplatz gezogen um das Osterfeuer anzuzünden. Der Erste Vorsitzende des Heimatvereins Christoph Höller begrüßte die zahlreichen Zuschauer. Pfarrer Franz-Gerd Stenneken und der evangelische Pastor Hans-Jürgen Patro wiesen auf die Bedeutung des Osterfeuers für die Menschen hin: „Das Feuer hat eine lange Tradition im Leben der Menschen, schon die alten Römer und Germanen wussten um seine magische Kraft. Das Feuer ist ein Ort der Versammlung, des Austauschs und der Kommunikation.“ Und so handelten auch die vielen Besucher und genossen bei kaltem Wetter die wohlige Wärme des Feuers.


Schützkapelle Rhade glänzt mit Neujahrskonzert 2013

Großartiges Neujahrkonzert der Rhader Schützenkapelle

Von Claudia Peppenhorst

Rhade. Viel Besucher wussten, dass sie wieder ein tolles Konzertprogramm erwarten würde, deshalb waren lange vor dem Konzert die Karten ausverkauft. Rund 100 Musiker des Jugend- und Hauptorchesters präsentierten klassische und traditionelle Musik sowie mitreißende Titel aus dem Bereich Pop und Rock.

360 Sitzplätze gab es in der Sporthalle, die Stehplätze konnte man nicht zählen, jedenfalls war die freundliche, moderne Halle an der Erler Straße mehr als gut gefüllt. Man kennt die Qualität der Orchester. Man weiß, was man zu erwarten hat. Keiner wurde enttäuscht.

Bürgermeister Lambert Lütkenhorst antwortete nach dem Konzert auf die Frage, wie es ihm gefallen habe: „ Sehr gut! Ist schon toll, was hier geleistet wurde.“ Er lässt sich dieses jährliche Konzert nicht entgehen. Während der Musikdarbietungen konnte man ihm und allen anderen ansehen, wie viel Freude im das bereitete, sicher war das für ihn nicht nur ein Pflichttermin.

Was geboten wurde war wirklich vom Feinsten. Das ist keine „Rum-Ta-Ta-Musik“, kein Musikantenstadel, das kann man sich anhören, ohne Pickel zu bekommen, auch wenn man Klassikfan ist oder nur auf Rockmusik steht.

Das Jugendorchester unter Leitung von Jörg Pelzer begann mit einem Volksliedtitel „Der Jäger aus Kurpfalz“, flott arrangiert und nicht zum Mitsingen für Männerchor geeignet. Das zweite Stück „Chariots of Fire“ (Die Stunde des Siegers) von Vangelis war die wohl jedem bekannte Filmmusik, die immer wieder gerne in vielen Filmen als Unterlegung und Synonym für Slow-Motion-Sequenzen verwendet wird. Wer das nicht wusste, dem wurde es humorvoll von Claudia Soggeberg anmoderiert. Sie führte das Publikum mit kleinen Späßen und Informationen zu den Musikstücken durch das gesamte Programm. Und dank moderner Technik konnten die Besucher auf einer riesigen Beamerleinwand neben der Bühne zusätzliche Informationen zu jedem Titel lesen und Filmausschnitte verfolgen.

Besonders die jüngeren Zuhörer waren von dem dritten Titel begeistert, „Tage wie diese“ von den Toten Hosen. Ein Medley „Strauss & Co“ beendete den Auftritt des Jugendorchesters. Halt! Nicht ganz, denn es gab nach heftigem Applaus eine Zugabe. „One moment in time“ von der im Februar 2012 verstorbenen Whitney Houston, so toll gespielt, dass ohne jeden Gesang bei vielen Besuchern vor Rührung die Tränen flossen oder sie sich diese wegzwinkern mussten.

Der Umbau für das Hauptorchester dauerte nur kurze Zeit, in der Claudia Soggeberg das Publikum auf eine Besonderheit hinwies: „Bitte beachten Sie nach ihrem Besuch hier die große Tuba am Ausgang. Sie nimmt gerne Ihre Spenden entgegen. Hören Sie doch einmal auf den verschieden Klang des Blechs, wenn Sie unterschiedliche Münzen und Scheine nacheinander einwerfen.“ Eine nette Form, um Spenden zu bitten, die wie der Erlös des Konzerts in die Jugendarbeit des Vereins und die Anschaffung neuer Instrumente einfließt.

Die Musikstücke, die das Hauptorchester unter Leitung von Christoph Weigel präsentierte waren allesamt grandiose Darbietungen: „The Liberty Bell“, ein bekannter Marsch von John Philip Sousa, „When Jonny Comes Marching Home“, ein traditionelles amerikanisches Volkslied, „The Essence of Music“, „Ein halbes Jahrhundert“ und dann der Schlager „My Way“, mit einfühlsamem Posaunensolo von Ingo Hinzmann. Weiter ging es mit einem Medley von Melodien der Band Coldplay. Einer der Höhepunkte war „The Beauty and the Beast“, mit der wundervollen Gesangseinlage der Saxophonisten  Alina Baukholt, der „Voice of Rhade“. Weiter verwöhnt wurde das Publikum mit einem Medley von Joe Cocker Melodien und dem „Earth Song“ von Michael Jackson.

Nach lang anhaltenden stehenden Ovationen brachten die Musiker die Zugabe „Mambo“ von Herbert Grönemeyer, gut Vorbereitet, denn die Trompeter waren im Nu als „Mexikaner“ verkleidet. Nicht fehlen durfte als Schlusspunkt der obligatorische „Radetzkymarsch“, gespielt von beiden Orchestern gleichzeitig, da wurde es bei rund einhundert Musikern ziemlich eng auf der Bühne und die Dirigenten tauschten die Stäbe.

Ein sehr zufriedenes Publikum freut sich jetzt schon auf das Konzert 2014, wieder am ersten Sonntag nach Neujahr.

 

Traditions Tanke in Rhade schließt zum Jahresende

Josef Wessels hört auf

Viele Kunden aus Erle, Raesfeld und Heiden betroffen. Stammkunden bedauern die Entscheidung von Josef Wessels, der seine „weiße“ Tankstelle zum 28. Dezember 2012  schließt.

Rhade. (csp) Josef Wessels (65) will in den wohlverdienten Ruhestand treten. „Ich hätte ja gerne noch ein Jahr weiter gemacht, aber der Pachtvertrag ließ sich nur auf fünf Jahre verlängern. Das ist mir zu viel“ meint der Pächter.

Mit der Schließung wird Rhade um eine „Attraktion“ ärmer. „Ich hatte 90% Stammkunden, man kannte sich“, so Wessels. Und das bedeutet, dass sich hier nicht nur um die Fahrzeuge gekümmert wurde. Manch einer hielt hier sein Schwätzchen, gern auch auf Platt, „fast eine Atmosphäre wie beim Friseur“.

Demnächst gibt es keinen günstigen Sprit mehr, keine Autoreparaturen, keinen Reifenwechsel, keinen TÜV oder mal eben nach dem Öl schauen. Die Werkstatt wird Josef Wessels noch bis Mitte 2013 weiterführen, aber dann räumt er alles raus. „Das Inventar gehört mir, Hebebühnen, Werkzeuge, Reifenständer usw., das muss ich dann alles verkaufen.“

Brummig kam der Mann manchmal rüber, aber er hat sein Herz am rechten Fleck, macht „klare Ansagen“ und ist grundehrlich. „Wenn ich mich so auf dem Foto sehe, dann denke ich schon, dass der Arbeitsanzug etwas knapp sitz. Als ich hier vor 40 Jahren angefangen habe, wog ich 65 kg. Im Alter ändert sich einiges. Wie man so sagt, das gute Essen ist der Sex des Alters“, scherzt er und trägt es mit Humor. „Fehlen wird mir die Arbeit mit Sicherheit.“ Und fehlen wird Wessels und seine Tanke den Rhadern.

Welchen Stellenwert diese „Institution“ hat, wird auch an dem „hohen Presseaufkommen“ ersichtlich, nicht nur zwei Dorstener Zeitungen schrieben einen Artikel zur Schließung, selbst die Borkener Zeitung brachte es als wichtige Meldung. Die günstige Lage der Tankstelle war für viele Raesfelder und Erler auf ihrem Weg zur A31 ein beliebter Anlaufpunkt.

Aber fehlen wird Wessels und seine Tanke besonders den Rhadern.

Hunderunde durch Rhade

Im Sonnenschein losgegangen, dann veränderte sich der Himmel dramatisch. Im Westen alle möglichen Blautöne, im Osten ein unwirkliches Lila. Sehr schnell wurde es dunkel und gerade zu Hause angekommen, begrüßten uns die Wolken mit einem eisigen Hagelschauer.

Die alltägliche Schwierigkeit besteht darin, den Hund am Ende der Runde dazu zu bringen, nicht jedes Mauseloch auf Inhalt zu prüfen. Bei um die tausend Löcher kann sich Frauchen ansonsten bei intensivem Kontrollgang schon mal die „Beine in den Bauch“ stehen. Das ist nicht lustig, wenn es anfängt zu regnen oder zu hageln.