Johannes Brahms – Ein deutsches Requiem, op. 45

Johannes Brahms – Ein deutsches Requiem, op. 45

Himmlisches Konzert in der Probstei-Kirche St. Remigius
Lieben Sie Brahms? Nach dem großartigen Konzert am Freitag gab es Viele, die die Frage wahrscheinlich mit „Ja“ beantwortet hätten.
Borken. (csp) „Ein deutsches Requiem“ erklang am Freitagabend in der herrlichen Kulisse der Probstei-Kirche St. Remigius. Fast bis auf den letzten Platz ausverkauft, lauschten die Zuhörer dem Probstei-Chor St. Remigius und dem Deutschen Radio Kammerorchester unter der Leitung von Thomas König. Der erfahrende Laienchor hatte dieses wuchtige Werk lange einstudiert. Sabine Schneider (Sopran) und Virgil Mischok (Bariton) fügten sich als Solisten perfekt in das Ensemble ein.
Der 82 frau- und mannstarke Chor harmonierte wunderbar mit dem professionellen Orchester in Originalbesetzung und trat an keiner Stelle zu laut hervor oder war zu leise, eine gekonnte Leistung und der Lohn für wochenlange intensive Proben. Das grandiose Brahmswerk wurde in keiner Weise in seiner Authentizität durch Weglassung bestimmter Instrumente oder einem zu kleinen Chor beeinflusst. Nicht zuletzt das einfühlsame Kammerorchester, das sich scheinbar mühelos leicht zu dirigieren ließ, trug zum Gelingen der Aufführung bei.
Clara Schumann, die glaubte, nicht die rechten Worte zu finden, schrieb damals an Brahms:“ Dein Requiem, es ist ein ganz gewaltiges Stück, ergreift den ganzen Menschen in einer Weise wie wenig anderes. Der tiefe Ernst, vereint mit allem Zauber der Poesie, wirkt wunderbar, erschütternd und besänftigend.“ Besser kann man die Aufführung am Freitag kaum beschreiben, außer knapper und moderner, wie es ein älterer Herr nach der Aufführung tat. Auf die Frage, ob es ihm gefallen habe, antwortete er ganz jugendlich: „Einfach geil! Großartig. Da kann man die Musiker nur loben.“

 

Blasmusik – Ein Kommentar zu den Jahreskonzerten der Musikvereine

Blasmusik – Ein Kommentar zu den Jahreskonzerten der Musikvereine

“Boah, Blasmusik, schrecklich!”, habe ich früher gedacht. Alles war besser, Rock, Pop, Folk, Jazz, Klassik sowieso. Inzwischen weiß ich es besser, weil ich auf ‚meine alten Tage‘ etwas dazugelernt habe, oder besser gesagt, dazu erlebt habe. Aus diesem neuen Erleben muss ich gestehen, Blasmusik ist nicht gleich Blasmusik.

Früher hatte ich eine gewisse Aversion gegen jegliche Art von “Blasmusik”, weil es mich immer an Volkstümelei erinnerte. Inzwischen hat sich mein beschränkter Horizont erweitert.. In Borken – und nicht nur da – gibt es etliche Musikvereine, die nicht nur auf Schützenfesten spielen. Herausragendes Ereignis ist vielmehr ihr Jahreskonzert. Dort zeigen diese Gruppen vor einem mehreren hundertköpfigen Publikum ihr ganzes Können. Und da sind beachtliche Ergebnisse dabei!

Die können ja nicht nur Rum-Ta-Ta, sondern richtig professionell spielen und das hört sich auch echt gut an. Wenn dort beispielsweise Soundtracks aus Filmen erklingen, glaubt man kaum, dass das nur von Hobbymusiker gespielt wird. Das gilt nicht nur für die sogenannten Hauptorchester (Musiker von ca. 18 – 65 Jahren), auch viele Jugendorchester (14-18 jährige) sind schon wirklich gut. Manchmal sitzt bei denen schon noch mal ein Ton daneben, was sicher zum größten Teil in der Aufregung begründet ist. Selbst die Vororchester (Kinder bis 14 Jahren) stellen Beachtliches auf die Beine.

Nicht außer Acht zu lassen ist die pädagogisch, psychologische und soziale Komponente dieser Vereine. Es geht nicht um Vereinsmeierei, es geht um Freude am Musizieren, um das Erlernen eines Instrumentes – durch den Verein übrigens wesentlich kostengünstiger als in den Musikschulen oder im privaten Unterricht), um soziale Integration, um Herausforderung und um das Miteinander. Hobbymusiker, denen es an der großen Begabung fehlt, machen dennoch über Jahre oder für immer mit und werden nicht aus der Gemeinschaft ausgeschlossen, weil sie nicht so gut sind wie die anderen.

Die Pressesprecherin eines Vereins berichtete von einem motorisch gehandicapten Kind, das unbedingt Schlagzeug lernen wollte und nun in dem Orchester mitspielt. Zwar wird das Kind aufgrund der Behinderung nie so spielen können wie die Cracks an der Schießbude, aber es muss auch jemanden geben, der die Triangel spielt. Wer denkt, dass das leicht ist, lasse sich eines Besseren belehren. Einer meiner Musikprofessoren meinte zu dem Thema: “Nichts ist so schlimm, wie ein richtiger Ton zur falschen Zeit.” Und so ein Triangelton haut ganz schön rein.

Ich will hier jetzt nicht die große Bresche für die Musikvereine und die Blasorchester brechen, aber gehen sie doch mal zu einem dieser Konzerte, versuchen sie einmal über ihren Schatten zu springen, mich hat es auch Überwindung gekostet. Ich bin mit toller Musik belohnt worden und außerdem noch mit der einen oder anderen “Bühnenshow”. Vieles lobende Worte und Ansprachen bei diesen Auftritten betreffen mich nicht, ich kenne die Menschen dort zu wenig, aber das gehört dazu und man muss es einfach akzeptieren, es ist für diese Personen wichtig. Da werden die Honoratioren begrüßt, den frischgebackenen Väter applaudiert, das ist in Ordnung. Manchmal gibt es auch ganz spontanes, witziges. Der Dirigent bedankt sich am Mikrofon und möchte noch auf etwas hinweisen, was er vergessen hat: ” ….habe ich Schuld auf mich geladen…” worauf der neue Pfarrer aufspringt und ihm zuruft “Wollen sie beichten? Ich hätte jetzt Zeit.”

Wenn sie einmal Zeit haben, versuchen sie solch ein Jahreskonzert, besuchen sie es. Viel Vergnügen!

Viel Vergnügen.

Jazzkonzert

Perfektes Jazzkonzert im Stadtmuseumin Borken

Nicht nur Jazzfreunde waren von dem Konzert des Jazztrios „milestones“ mit Gastsängerin Mara Majoli begeistert. Ein Event, das in eine Metropole wie Berlin oder New York passen würde, fand in Borken statt.

Borken. (csp) Sitzplätze gab es am Freitagabend für die rund 100 Besucher des Konzertes nicht genug. Wer jedoch nur einen Stehplatz ergattert hatte, ließ sich die Freude an der Musik nicht nehmen. „milestones“ featuring Mara Minjoli heißt das heutzutage. Milestones, das sind der gebürtige Borkener Max Blumentrath (Fender Rhodes Piano), Julian Walleck (Kontrabass) und Dominik Hahn (Schlagzeug). Das Trio präsentierte Jazztitel, die von traditionellen Jazzsongs über Bossa Nova und Latin bis hin zum Soul und Hip Hop reichten. Ihre Professionalität konnte jeder hören, jeder Ton saß, die Interpretation war perfekt und zwischen Band und Solosängerin herrschte eine ausgezeichnete Harmonie.

Neben bekannten Titeln wie „Tis‘ autum“, „Ican’t help it“ oder „Save your love form me“ spielte die Gruppe „The girl from Ipanema“, bei dem das Publikum voll mitging. „Das sieht gut aus von hier oben, wie ihr alle mit gewippt habt“, meinte Mara Minjoli danach belustigt. Die Freude an der Musik war auf beiden Seiten, sowohl Publikum als auch Musiker, sehr groß.

Das war nicht nur zum Ende zu spüren,  als das Publikum Zugaben forderte und mit „I whish“ und schließlich mit „What a wonderful world“ belohnt wurde, die Musiker dagegen mit kräftigem Applaus und Standing Ovations.

In der Vorankündigung hieß es „Noch ganz jung und doch schon mehr als ein Geheimtipp sind die vier Musiker, die im November gemeinsam das Stadtmuseum zum Klingen und Swingen bringen wollen“. Das Trio „lernte sich 2006 zu Beginn ihres Jazzstudiums in Enschede kennen und geben seitdem unter dem Namen »milestones« deutschlandweit Konzerte. Die 22-jährige Sängerin Mara Minjoli studiert seit 2007 Jazz-Gesang und gewann 2010 den Folkwang-Preis in der Kategorie Jazz. Zusammen mit den musikalisch versierten »milestones« wird sie einen Ausschnitt ihres Könnens präsentieren, das von traditionellen Jazzsongs über Bossa Nova und Latin bis hin zum Soul und Hip Hop reicht.“

Jazzmusik lebt vom Machen und Erleben, gibt es CD’s von milestones? „Die sind aus“, antwortet Max Blumentrath nach dem Konzert. Informationen über die Band findet man unter www.milestones-jazz.com und über Mara Manjoli unter www.myspace.com/maraminjoli

 

Jürgen Becker „lehrt“ Kunstgeschichte

Jürgen Becker -Vennehof-15.11.2012 (C)lilaluna

Das war ein netter Abend mit Jürgen Becker in der Stadthalle Borken. Vieles kannte ich schon aus Fernsehsendungen, aber ich habe sogar Neues dazugelernt. Und abschließend gab es natürlich frisches Kölsch vom Fass. Prost.

Jürgen Becker -Vennehof-15.11.2012 (C)lilaluna

Jürgen Becker in der Stadthalle
Ins Münsterland kommt Jürgen Becker sehr gerne, aber noch lieber nach Mecklenburg-Vorpommern, da hat er das Gefühl im Ausland zu sein und doch noch die Sprache zu verstehen.
Borken. (csp) Witzig, frech, pointiert führte Jürgen Becker das Publikum am Donnerstagabend im Vennehof durch die Kunstgeschichte. „Der Künstler ist anwesend“ lautete das neue Programm des kölner Kabarettisten.
Becker zeigte Kunstwerke aus allen Epochen auf einer Beamerleinwand und kommentierte sie, verteilte dabei Seitenhiebe auf Politik, Kunst, Kirche und Religion. Kardinal Meisner habe neue Kirchenfenster für den Kölner Dom bestellt und Kneipenfenster bekommen. Beides belegte er sofort anschaulich mit entsprechendem Bildmaterial. „Kanal Meisner, so sagt der Kölner“, erläuterte er, „bezeichnet jede Kunst ohne Gottesbezug als entartet.“
So wie dieses Zitat, recherchierte Jürgen Becker erstaunliche Tatsachen zur Kunstwerken, seine eigenen „Interpretationen“ sind dagegen dann häufig nur für einen Gag, einen Lacher gut. So erklärt er dem Publikum, wie die alten Ägypter ihre Bilder aufgebaut haben. Ägyptische Könige im Profil zeigte er und kommentiert:“ Regierende im Profil.“ Dann direkt ein Bild von Bundesminister Philipp Rösler:“ Regierende ohne Profil.“
Übrigens sei nicht viel von der griechischen Kunst übrig geblieben, die ersten Christen hätten alles zerdeppert. Wenn die Griechen jetzt vom Vatikan Schadensersatz fordern würden, wäre Griechenland saniert und der Vatikan pleite. „Dann hätten wir auf einen Schlag zwei Probleme gelöst.“ Auf die Institution Kirche war Jürgen Becker nicht gut zu sprechen. Daher bezeichnete er Theologie auch als die Lehre „Bibelstellen passend zu machen“.
Am Ende seines Programms wurde der Kabarettist ernsthafter, als er von seinen Projekten mit Hauptschülern erzählt. Talentescouts müssten seiner Meinung nach in die Schulen geschickt werden, um die vielen Begabten zu entdecken, die dort schlummern und nicht die nötige Unterstützung aus dem Elternhaus hätten.
Wie immer ließ Jürgen Becker in seinen wohlverdienten Applaus das Kölschfässchen rollen, lud das Publikum auf die Bühne, schenkte Bier aus und mischte sich unter die Leute.

Erste Modellbaumesse in Velen

Modellbaumesse begeistert Jung und Alt

Die erste Modellbaumesse in Velen startet mit großem Erfolg. Zufrieden waren nicht nur die Organisatoren und Aussteller, auch das zahlreiche Publikum war begeistert.

Velen. (csp) Über 700 Besucher strömten am Samstag und Sonntag in die Thesingbachhalle in Velen um sich die Miniaturwelten anzuschauen. Großen und kleinen Besucher wurde vieles geboten. Nicht nur Eisenbahnen, Autos und Flugzeuge waren zu bewundern, hier konnte man auch eine Fernbedienung in die Hand nehmen und mit einem Trecker im Format 1:18 die Heuballen aufladen oder einen „Acker“ pflügen. Wer nicht selber aktiv war, wurde von aufmerksamen und staunenden Augen beobachtet.

Aber auch winzige Modelle gab es zu bewundern, Autos von denen man zwei auf einem Daumennagel parken konnte. Ein Aussteller hatte sich auf Beleuchtungen seiner Kleinstmodelle mit 1 Millimeter großen LED spezialisiert, hunderte davon an Kirmesattraktionen verlötet und Computergesteuert, so dass der Autoskooter  wie echt blinkte.

Hans Werner Grebenstein aus Borken zeigte voller Begeisterung seine ausgefallenen Papiermodelle. Das älteste war aus einem Bastelbogen von 1880, viel technische Modelle hatte er aber selber entwickelt. „In den 60er Jahren musste man Bücher zu Rate ziehen, heute ist die Hauptinformationsquelle das Internet mit seinen Texten und Bildern“, so der ehemalige Mathematiklehrer. Die Begeisterung für diesen Stand hielt sich jedoch in Grenzen. Das Material ist zu fragil und vergänglich, damit spielen kann man nicht ordentlich, und es nur anzuschauen ist in unserer schnelllebigen und aktionreichen Zeit vielen einfach zu wenig, insbesondere Kindern und Jugendlichen.

Von der positiven Resonanz und den viele Besuchern waren die Organisatoren Elke Thiehoff und Michael Kleiner begeistert. „Wir sind schon auf die nächste Modellbaumesse angesprochen worden.“

Herman van Veen

Herman van Veen fand Vennehof nicht

„Herman van Veen berührt jeden, der jemals mit ihm in Berührung gekommen ist.“ Diese Erfahrung machte auch das Borkener Publikum.

Borken. (csp) In seinem Programm „Bevor ich es vergesse“ nahm das Multitalent sein Publikum am Freitagabend mit auf eine Reise durch sein Leben. Erst als der Künstler nach zweieinhalb Stunden von der Bühne sprang und die Saaltür öffnete, ließen sich die Zuschauer auch dazu bewegen, keine weitere Zugabe zu fordern.

In der ausverkauften Stadthalle Vennehof erzählte Herman van Veen Episoden aus seinem Leben, von seinen Eltern, seinen Kindern und Enkeln und Begegnungen mit anderen Menschen. Er berichtete, dass eine Mutter zu ihrem Kind über ihn auf der Straße gesagt habe: „Guck mal, da geht der Vater von Alfred Jodocus Kwak.“

Nachdenklich, philosophisch, witzig, brutal ehrlich, dann wieder melancholisch leitete er zu seinen Liedern über. Begleitet wurde van Veen von der brillanten Gitarristin Edith Leerkes, dem Bassgitarristen Dave Wismeijer und dem Percussionisten Willem Wits.

Herman van Veen sprang über die Bühne, sang, spielte Gitarre, Violine, Klavier und gab den Zauberer und Clown, dann wechselte er wieder zum Geschichtenerzähler: „Wenn wir uns im Alter über eine Bank unterhalten, meinen wir eine zum Draufsetzen.“ In den Niederlanden sagte er, gäbe es das Sprichwort: „Je länger die Zeit, desto höher die Bäume. Je länger die Zeit, desto schöner die Mädchen.“ Damit spielte er immer wieder auf das Alter an, er kann es beurteilen, immerhin ist der fitte Barde auch schon 67 Jahre. Schwierigkeiten hatte der Bandbus wohl, den Vennehof zu finden: “ Hier gibt’s ja nur Einbahnstraßen in Borken.“

Vor und nach dem Konzert und in der Pause hatten seine Fans Gelegenheit, seine Bücher und CDs zu kaufen. „Vielleicht signiert er mir ja nachher noch das Buch“, meinte eine Besucherin. „Und wenn nicht, ist es auch nicht schlimm, schließlich war es ein tolles Konzert“, ergänzt sie mit leuchtenden Augen.

Das Programm endete mit mehreren Zugaben, zwei Vorhängen und Standing Ovations.

Mensch

Mensch, was kann frau genervt werden. Da hat mir Strato meinen Uraltvertrag gekündig, weil es das Web-Paket nicht mehr gibt. Und schlau, wie ich bin, schließe ich einen günstigeren Vertrag ab. Dumm nur, sie haben mir nicht mitgeteil, dass dann mein Blog weg ist. Schade! Nach mehreren Versuchen steht hier wieder etwas. Ob ich die „alte Arbeit“ sichern und wieder hier einstellen kann wird sich zeigen. Wait and see…

100 Jahre Feuerwehr in Erle

Erle feiert seine Feuerwehr

100 Jahre Löschzug Erle war der Grund für eine großartige dreitägige Feier. Viele Ehrengäste gratulierten der freiwilligen Feuerwehr.

Erle. (csp) Von Freitag bis Sonntag dauerten die Festlichkeiten zur 100 Jahrfeier des Löschzugs Erle. Um 18 Uhr am Samstag fanden sich die Gratulanten im Festzelt neben der Feuerwache ein. Es gab Geschenke, Glückwünsche und Festreden beim Großen Festkommers.

Löschzugführer Helmut Demmer begrüßte die Gäste und lobte die 55 aktiven Mitglieder der freiwilligen Feuerwehr, die 15 Altfeuerwehrmänner und die 13 Jugendfeuerwehrleute.  Andreas Grotendorst, Bürgermeister der Gemeinde Raesfeld stellte die Werthaltigkeit in finanzieller und sozialer Hinsicht in den Vordergrund, die dafür sorge, dass die Gemeinde Raesfeld immer noch ohne Verschuldung dasteht. In Zeiten von Facebook sei das was die Feuerwehrmänner und –frauen leisten etwas Besonderes, denn: „Was ist ein Freund ohne Kameradschaft?“

Silke Sommers, stellvertretende Landrätin des Kreises Borken war zur Ehrung der Feuerwehr in roter Lederjacke erschienen. Sie war besonders von einem Foto in der Festzeitschrift beeindruckt: „Ich habe gelernt, auch Feuerwehrleute dürfen weinen.“ Ihren Dank und ihre Anerkennung sprach sie unter anderem auch der guten Jugendarbeit aus. Sie appellierte an alle: „ Erzählen sie ihren Nachbarn von ihren ehrenamtlichen Aufgaben. Das ist der beste Multiplikator.“

Nach Gratulationen von Kreisbrandmeister Johannes Thesing und Klaus Ostendorf, dem Leiter der Feuerwehr Raesfeld übergab

Bezirksbrandmeister Klaus Mönch stellvertretend für Innenminister Ralf Jäger die Ehrenurkunde an Helmut Demmer.

Auf dem Schulhof der Silvesterschule wurde ab 19.00 Uhr der Große Zapfenstreich unter der Leitung von BOI Kurt Schwenzfeier abgehalten. Ein imposantes Schauspiel, das nicht nur die zahlreichen Zuschauer sondern auch die Ehrengäste beeindruckte. Silke Sommers: „So etwas habe ich noch nie erlebt, wie exakt das alles ablief.  Man kennt das ja nur aus dem Fernsehen.“

„Ich bin erleichtert, dass das alles so gut geklappt hat.“ meinte Helmut Dammer nach dem Zapfenstreich, „jetzt geht’s ans Feiern.“

Die Gruppe „Lifeline“  spielte zum großen Jubiläumsball auf. Und jeder durfte tanzen und seinen Durst löschen.

So abwechslungsreich wie das Fest am  Freitag begonnen hatte mit einem Comedy- Abend und dem Duo Die Bullemänner und anschließender “After-Show-Party” mit DJ, so programmreich endete es am Sonntag. Um 11.00 Uhr traf man sich zum  Jazzfrühschoppen. 13.00 Uhr ging es in einem Festumzug durch Erle. Ab
15.00 Uhr gab es in der Cafeteria selbstgebackenen Kuchen. Für die
musikalische Unterhaltung sorgte die Band „Memorys“.

Daumen hoch, Erle versteht zu feiern und den Organisatoren der Jubiläumsfeier ein großes Lob für die gelungene Veranstaltung.

Bilder vom Festumzug

IngInterview mit Ingo Oschmann

Interview mit Ingo Oschmann

Ingo Oschmann

Ingo Oschmann, Comedian, TV-Star und Zauberer. In Ihrem aktuellen Programm „Hand drauf“ nehmen Sie das Lügen aufs Korn. Wie stehen Sie dazu, dass sich unsere Welt immer mehr entzaubert?

Das finde ich sehr schade und ich finde es nicht gut. In dem Programm gibt es eine Passage, in der ich mit einem Jugendlichen aus dem Publikum zaubere. Bei der Wiederholung des Tricks verrät immer jemand der Zuschauer, was passieren wird. Allerdings täuschen sich diese Menschen, denn es passiert doch unerwartetes und dann fühlen sie sich ertappt.

Das ist ein Problem von uns Erwachsenen, wir lassen nicht mehr geschehen, wir wissen immer alles schon, aber wir irren uns. Wir sollten wieder mal mit Kinderaugen durch die Welt laufen und uns überraschen lassen. Wir lassen uns nicht mehr gerne verzaubern, wir konsumieren nur noch phlegmatisch.

Woran zeigt  sich für Sie dieses Konsumverhalten im Besonderen?

Wir laden und löschen Musik, wir speichern digitale Fotos und löschen sie wieder, weil sie nicht schön genug sind. Also, ich habe so viele Bilder aus den achtziger Jahren, die nichts geworden sind, die aber die schönsten Erinnerungen zeigen, die ich habe. Es muss nicht alles perfekt sein.

Was ist so schlimm an der Digitalisierung?

Ich finde die teilweise schlimm, besonders die Abhängigkeit in die wir dadurch geraten. Diese Durchleuchtung unserer Person; jeder weiß alles und jeder postet jeden Scheiß. Ich weiß nicht, ob das so gut ist.

Ist das denn nicht eine neue Freiheit?

Nein, man belügt sich ja auch selbst so ein bisschen. Man denkt: „Ich bin so frei!“ In Wirklichkeit beschränkten wir uns immer mehr.

Sie haben mit Ihren Eltern im Auto früher Kennzeichenraten gespielt.

Das ist heute nicht mehr möglich, die Kinder schauen doch alles sofort auf dem Smartphone oder im Tablet  nach. Andererseits sitzen sie in ihren Spielzimmern und wissen nicht, womit sie spielen sollen. Wir sind früher noch in den Wald gegangen oder haben Buden gebaut. Das gibt es immer noch, ist aber eher die Ausnahme.

Wie würden Sie Ihre Kinder erziehen?

Freunden habe ich geraten ihren Kleinen in einen Waldkindergarten zu schicken. Sie haben es gemacht. Der Kurze hasst das natürlich im Winter, die ganze Zeit draußen. Aber der ist so kreativ geworden und kriegt so viel mit, das ist einfach toll.

Zaubern Sie gerne mit Kindern?

Ja, ich mache auch Kinderworkshops im Zaubern und das ist manchmal so erschreckend, wenn die ihrer Phantasie freien Lauf lassen sollen. Statt einer erfundenen Geschichte erzählen die was aus dem Fernsehen nach. Ich glaube, dass wir uns früher noch selber unsere Phantasiewelt aufbauen konnten.

Wie stehen Sie dazu, dass es in einer Sendung einen „Magier“ gibt, der Zaubertricks verrät?

Och, das stört mich nicht. Das schürt ja auch Interesse. Es gibt da eine große Diskussion darüber, dass Tricks nicht verraten werden dürfen. Aber ich habe ja auch mal angefangen, da muss schon jemand sein, der es einem beibringt. Ich hab das nicht selber erfunden. Anders, wenn David Copperfield durch die Chinesische Mauer geht, das geht niemand was an wie der das macht. Außerdem vergisst das Publikum sehr schnell und wenn du gut bist, ist ein Trick beim zweiten Mal immer noch interessant.

Was ist für Sie so toll am Zaubern?

Im Gegensatz zu einem Gag oder einem Witz, den man auf der Bühne erzählt, kann ein Zaubertrick niemanden verletzen oder diskriminieren. Er kann lustig sein, oder dich berühren, ein ganz tolles Mittel um mit dem Publikum zu kommunizieren.

Doch zurück zu Ihrem aktuellen Programm, die Sache mit der Lüge. Sind Sie grundsätzlich gegen Lügen?

Ja, ich versuche schon immer ehrlich zu sein, sowohl privat als auch beruflich. Als Zauberer arbeite ich mit Tricks, das ist kein Lügen. Ich habe da auch in meinem Leben ziemlich aufgeräumt, ich vermeide auch mich selbst zu belügen. Natürlich gelingt es nicht immer hundertprozentig. Manchmal lügt man auch, weil man jemanden nicht verletzen möchte. Aber das ist eine andere Qualität. Ganz schlimm finde ich Lügerei um Vorteile zu haben oder jemanden zu betrügen.

Keinen Selbstbetrug mehr. Wie schützen Sie sich vor einem neuen Burnout?

Zum Einen bin ich mit mir im Reinen. Und ich werde nicht wieder dreieinhalb Jahre ohne Pause durcharbeiten mit bis zu vier Auftritten täglich, ohne jeden Urlaub. Da war ich höchst unglücklich. Was und wie ich es jetzt mache, macht es mir Spaß. Und eigentlich bin ich immer der glücklichste Mensch, wenn ich nach so einem Auftritt nach Hause gehe.

Wie anstrengend sind die Abende jetzt?

Das Programm entspricht schon einem acht bis zehn Stunden Arbeitstag. Bildlich spanne ich zu jedem Zuschauer einen Faden. Alle Fäden laufen bei mir zusammen und daran muss ich ziehen, damit alle bei mir bleiben, nicht einschlafen. Dann noch die Inputs vom Publikum verarbeiten, reagieren, einbauen. Danach bin ich schon richtig platt.

Wo finden Sie Entspannung?

Beim Achterbahnfahren, beim Kochen, es gibt nichts Schöneres als für meine Freunde zu kochen. Vier, fünf oder sechs Gänge mit Wein und allem was dazu gehört, was man sich vorstellen kann.

Zum Abschluss bitte einen Rezepttipp.

Ich mag die einfachen aber überraschenden Sachen. Eine ganz einfache, fruchtige Salatsauce z.B. für Grünen Salat: Eine Passionsfrucht auslöffeln und das Fleisch mit ein, zwei Löffeln Creme frais verrühren, kein Salz, kein Pfeffer oder sonst was.

Claudia Peppenhorst bedankt sich herzlich für dieses Interview vom 30.3.2012